Infos rund um die Proms
"Wenn das Publikum von den Proms spricht", weiß der ehemalige "Times"- und "Observer"-Musikkritiker und seit 1996 erfolgreiche Intendant der BBC Proms Nicholas Kenyon aus Erfahrung, "dann meint es meistens die Last Night of the Proms." Das über alle Grenzen und Rundfunkwellen bekannte Mega-Event ist zu einer Marke im globalen Festivalgeschäft geworden, für das die "Prommers", so Kenyon, ihr letztes Geld ausgäben, um die besten Plätze zu ergattern.
Unter den von Rundfunkanstalten subventionierten und veranstalteten
Festivals sind die vor über 111 Jahren gegründeten Proms auch
die ältesten, die von 1927 an regelmäßig im Radio übertragen
werden. Der in Manchester aufgewachsene Kenyon erklärt sogar, dass
er allein durch diese Radiosendungen den Weg zur Klassik gefunden habe.
Heute ist der umtriebige Mann, der auch eine Biographie über den
Dirigenten Simon Rattle verfasst hat, ihr planerischer "Capt’n".
Das erste Proms Konzert fand am 10. August 1895 statt. Es war das geistige Produkt des Konzertagenten Robert Newman - Manager der neu erbauten Queen`s Hall in London. Last Night of the Proms wurde erstmalig 1947 im TV ausgestrahlt.
Die englische Kurzbezeichung "Proms" steht für "promenade concerts". Bei den Konzerten gibt es rund 1.000 Stehplätze für jeweils rund vier Pfund (rund sechs Euro) direkt in der Halle oder auf der Galerie. Die Konzertbesucher, die während der ganzen Aufführung stehen müssen, werden "Promenaders" (deutsch Spaziergänger) genannt.
Traditionell spielen die Musiker beim Abschlusskonzert neben populärer Klassik in der zweiten Hälfte des Konzertes eine Reihe von patriotischen Werken. Unverzichtbare Musikstücke sind: von Edward Elgar der Marsch Nr. 1 "Pomp and Circumstance" (Land Of Hope And Glory), von Hubert Perry die Chorhymne "Jerusalem" und von Thomas Arne das heroische Vaterlandslied "Rule Britannia". Dabei singt das Publikum mit, viele schwingen Fähnchen mit der britischen Nationalflagge und setzen sich rot-blau gemusterte Hüte auf.