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Superstorm  [OT: Superstorm]

Superstorm – Interview – PREMIER NEWS Volume 8 Issue 1 – Seite 18f.

Was würde passieren, wenn der Mensch versuchte, das Wetter zu kontrollieren? Ein neuer, realitätsnaher Thriller von den Machern von Supervulkan zeigt ein Team von Wissenschaftlern, das scheinbar Unmögliches versucht. Produzent Ailsa Orr erklärt PREMIER NEWS, dass dies mehr als nur reine Fiktion ist.

PN: Nach den internationalen Erfolgen von Supervulkan und Krakatoa kommt nun Superstorm. Warum eine weitere Sendung über Naturkatastrophen?

AO: Superstorm ist keine reine Sendung über Naturkatastrophen, sondern vielmehr ein Film, in dem ein Unglück mit großer Tragweite passiert. Das ist etwas anderes. Das Unglück, das passiert, ist vom Menschen gemacht und das Ergebnis menschlicher Versuche. Es gilt, einen Kampf gegen eine der stärksten Gewalten der Natur - den Wirbelsturm - zu führen. Das Thema ist hochaktuell: Eine der Konsequenzen der globalen Erwärmung ist die zunehmende Frequenz und Heftigkeit von diesen Stürmen. Teams von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt suchen nach Wegen, diese zu bewältigen. Superstorm untersucht, was passieren könnte, wenn der Mensch das Wetter tatsächlich aktiv beeinflusst und überbringt eine eindringliche Warnung über die möglichen Folgen.


PN: Wie sieht die Zielgruppe aus?

AO: Wie Supervulkan konzentriert sich auch Superstorm auf Fans von Spielfilmen und Tatsachen-Fernsehen. Zum einen hat man eine geschickte, hektische, Action geladene Spielfilmserie voller Spezialeffekte mit herausragenden Schauspielern wie Tom Sizemore (Hustle – Unehrlich währt am längsten), Nicola Stephenson (Clocking on) und Maury Chalkin. Das Drehbuch ist jedoch das Ergebnis von fast zwei Jahren Forschung, so dass das Szenario so realitätsgetreu wie möglich dargestellt wird. Das wird bei den Fans von Tatsachen-Fernsehen immensen Anklang finden. Des Weiteren gibt es für die Hardcore-Fans, die mehr über die Wissenschaft hinter der Serie und über das Making-of sowie die Macher von Superstorm erfahren wollen, zusätzlich die 30minütigen Dokumentarsendungen.


PN: Ist Superstorm eine Fortsetzung von Supervulkan oder eher eine eigenständige Serie?

AO: Superstorm ist eine eigenständige Serie.


PN: Basiert diese Serie auf Fakten oder Fantasie?


AO: Die Wissenschaft in Superstorm ist real und der Hintergrund der globalen Erwärmung ist absolut zutreffend. Die von den Wissenschaftlern im Film zur Bewältigung der Hurrikane angewendeten Methoden befinden sich tatsächlich noch in einer Entwicklungsphase. Dies ist der Grund, warum wir die Serie zeitlich in die nahe Zukunft gesetzt haben. Das Dilemma darüber, ob der Mensch wirklich versuchen sollte, sich ins Wettergeschehen einzumischen, basiert auf Ereignissen in den 60ern und 70ern, als die Wetterbeeinflussung begann. So beruht der Kern der Geschichte von Superstorm auf Tatsachen, und das macht es meiner Meinung nach so gruselig.


PN: Was sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Serie?

AO: Eine der Auswirkungen der globalen Erwärmung sind größere und verheerendere Hurrikane, welche die US-Küste stärker denn je zuvor bedrohen. Wissenschaftler untersuchen derzeit, ob es möglich ist, diese Hurrikane abzuschwächen oder von der Küste abzulenken. Superstorm konzentriert sich auf die zwei Haupttheorien, wie dies möglich sein könnte. Erstens, indem man die Gewitterwolken in einem Hurrikan mit einer Substanz namens Silberiodid versetzt. Dadurch wird es möglich, die Größe einer neuen "Eyewall" auszulösen, was schlussendlich den Hurrikan schwächt. Diese Technik wurde von der amerikanischen Regierung erstmalig in den 60er Jahren in einem Projekt namens "Stormfury" entwickelt. Die zweite Theorie basiert auf der Chaostheorie und besagt, dass man durch die Veränderung der Atmosphäre, in der sich der Hurrikan bewegt, den Kurs des Hurrikans ändern kann. In der Serie haben die Wissenschaftler beide Theorien in die Praxis umgesetzt. Mit überwältigenden Konsequenzen...


PN: Ist Superstorm ein Dokudrama?

AO: Nein. Superstorm ist ein realistisch gehaltener Spielfilm mit eingestreuten Fakten, die einem die wissenschaftlichen Aspekte hinter der Geschichte vermitteln. Es gibt hier einen wichtigen Unterschied, nicht zuletzt weil ich denke, dass wir mit Dokudramen überschwemmt werden und das Interesse dafür sehr gesunken ist. Superstorm ist ein sehr interessanter Spielfilm, der von einem fantastischen, wissenschaftlichen Background untermauert wird.


PN: Wirft die Sendung irgendwelche moralischen oder ethischen Fragen über den Wetterwechsel auf?

AO: Ja, das moralische und ethische Dilemma über das Recht des Menschen, sich in das Wetter einzumischen sowie die möglichen Konsequenzen dieser Handlungen bilden das Herz der Serie. Wir können von der Geschichte lernen. "Stormfury" wurde in den 60er Jahren gegründet, um zu untersuchen, ob es möglich ist, Hurrikane durch sogenanntes Impfen abzuschwächen. Die US-Regierung nutze "Stormfury" bereits, um sturzflutartige Regenfälle herbeizuführen, welche die Bewegung des Feindes während des Vietnam-Krieges verlangsamen sollten. Projekt "Cumulus" war ein von der britischen Regierung in den 50ern durchgeführtes Impf-Projekt. Die durch das Experiment hervorgerufene Überflutung tötete 57 Menschen. Nach der Tschernobyl-Katastrophe impften die Russen den Himmel in dem Bestreben, das radioaktive Material herausregnen zu lassen, bevor es Moskau erreicht - Stattdessen prasselte der radioaktive Regen auf die Bürger von Weißrussland hernieder. Bei dieser Art der Beeinflussung wird es immer zu Konsequenzen für Unschuldige kommen, und die Frage, wie man dies bewerten soll - und ob wir das überhaupt tun sollten - ist eine kritische.


PN: Basierend auf dem, was Sie während dieser Sendung gelernt haben: Was halten Sie nun im Großen und Ganzen von der globalen Erwärmung?

AO: Ich denke, das Beängstigendste dabei ist das Tempo, in dem sie zur Realität geworden ist. Vor einem Jahr haben ganze Regierungen angesichts dieser Thematik den Kopf in den Sand gesteckt. Gegenwärtig gilt es als die größte Bedrohung, der die Menschheit je gegenüber standen. Das ist eine ziemlich schnelle Kehrtwende. Die zentrale Frage lautet, wie schnell wir diese Einsicht in eine Art globalen Aktionsplan umwandeln können.


PN: Was sollte das Publikum aus Ihrer Sicht aus dieser Serie mitnehmen?

AO: Ich hoffe, Superstorm fesselt das Publikum aus mehreren Gründen. Einerseits als ein faszinierender und sehr fesselnder Spielfilm über ein Team von Wissenschaftlern, das sich mit den besten Absichten daran macht zu helfen. Genau dieses Team ist aber, wenn auch unbeabsichtigt, daran beteiligt, eine massive Katastrophe auszulösen, indem die Arbeit der Wissenschaftler von Politikern missbraucht wird. Andererseits liefert Superstorm faszinierende Einblicke in eine Welt, die unsere Zukunft sein könnte. Eine Zukunft, in der die Regierungen in aller Welt gezwungen sind, extreme Maßnahmen zu ergreifen, um die Konsequenzen der globalen Erwärmung zu bekämpfen und sich selbst zu schützen. Letztendlich bietet Superstorm topaktuelle Wissenschaft in einer sehr bekömmlichen und unterhaltsamen Form!

 

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