Diese BBC Dokumentation
zeigt
die Versuche, möglichst viele Menschen, insbesondere Musiker, zurück
nach New Orleans zu holen.
Der inzwischen 82-jährige Fotograf Herman Leonard lebt
und arbeitet in der amerikanischen Südstaatenmetropole New Orleans.
Hier hat er jahrzehntelang die Größen der amerikanischen
Jazz-Geschichte fotografiert, unter anderem Charlie Parker, Miles Davis,
Dizzy Gillespie und Billie Hollyday.
Als der Hurrikan Katrina auf New Orleans zurast, beeilt sich Leonard,
so viele Fotos wie möglich aus seinem Archiv zu retten, indem er
sie in den dritten Stock des Gebäudes schafft. Doch sowohl sein
Studio, als auch seine Dunkelkammer und seine Wohnung werden überflutet.
Die Dokumentation begleitet den Fotografen, als er nach einem halben
Jahr zum ersten Mal sein Zuhause und das überflutete Studio betritt.
Hunderte von Fotos sind zerstört. Andere erscheinen durch die Spuren,
die das Wasser hinterlassen hat, eine neue künstlerische Kraft
zu bekommen.
Herman Leonard beschließt, sein Archiv wieder aufzubauen und
gleichzeitig mithilfe seiner Bilder und seiner Liebe zu der Musik, die
New Orleans groß gemacht hat, ein weiteres Archiv für seine
Stadt zu schaffen, das die Katastrophe aus einem anderen Blickwinkel
dokumentieren soll.
Parallel zur Rekonstruktion von Leonards Archiv dokumentiert Filmemacher
Leslie Woodhead den mehr als schleppenden Wiederaufbau der Stadt und
die Versuche, möglichst viele Menschen, insbesondere Musiker, zurück
nach New Orleans zu holen.
Mit wunderbarem Archivmaterial erzählt die Dokumentation die Geschichte
der Jazz-Tradition in New Orleans und welch große Rolle sie für
die Identität eines ganzen Landes spielt. Sie wagt einen Ausblick
auf die Zukunft einer Stadt im Wandel. In einem "Jazz-Disneyland"
soll versucht werden, die 200 Jahre alte Musiktradition künstlich
zu "bereinigen" und möglichst gewinnbringend zu vermarkten.
Nicht nur Herman Leonard sieht diese Entwicklung mit sehr gemischten
Gefühlen.
"Saving Jazz" ist ein Film über New Orleans nach der
Flut, ein musikalischer Film, der anrührt, und über die Emotionalität,
die Hermann Leonard verkörpert, ein tiefes Verständnis für
die ganze Reichweite der Katastrophe schafft. Weitere Interviewpartner
sind unter anderem Wynton Marsalis, Tony Bennett und Lenny Kravitz.
Leslie Woodhead ist ein renommierter Dokumentarfilmer, der viele Filme
für die BBC und HBO realisiert hat, darunter "Why Lockerbie?"
und "Srebrenica: A Cry from the Grave".