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LOUIS THEROUX rettet Amerika  [OT: Louis Theroux’s Weird Weekends]

Diese mehrteilige BBC Exklusiv Dokumentation begleitet Louis Theroux bei seinen Reisen an die Ränder der amerikanischen Gesellschaft.

Das Besondere an Louis ist zum einen sein Humor - und damit verbunden sein besonderer „investigativer Stil“. Der amerikanische Dokumentarist Michael Moore, der mit seinem Film „Roger and Me“ (1989) ebenfalls sein Gespür für feine Ironie unter Beweis stellte, beschrieb Louis Therouxs Stil knapp aber treffend: „Seine Sachen unterscheiden sich immer von allen anderen“.

Tatsächlich sind Theroux‘s Reportagen sanfter, gehen nicht sofort auf Konfrontationskurs mit dem Interviewten, und lassen trotzdem immer die Haltung von Theroux selbst spüren. Seine Methode ist schlicht und subtil, genauso wie seine Fragetechnik. Louis schafft es mit seinen scheinbar naiven Fragen, daß sich die Leute in Sicherheit wiegen. Sie wagen sich aus ihrer schützenden Deckung und geben so viel mehr von sich preis, als ein „investigativer“ Journalist je aus ihnen herauslocken könnte.

Louis führt die Leute aber niemals vor. Er läßt ihnen geschickt den Freiraum, sich selbst darzustellen. Am Ende läßt sich als gängiges Resumee über LOUIS THEROUX RETTET AMERIKA ziehen, daß die Realität meist anders ist als man erwartet. Aber wenn Louis Theroux diese Tatsache zu Tage bringt, ist das auch ziemlich komisch.

Die Porno-Fabrik

Louis trifft auf die gefragtesten Akteure der Porno-Industrie im kalifornischen San Fernando Valley: die männlichen Darsteller. Pornos werden zwar wegen ihrer weiblichen Stars gekauft, aber ohne männliches Potential läuft nichts. Und Schauspieler mit Steher-Qualitäten sind seltener als Astronauten mit Mondlandungs-Erfahrung - so ein Branchen-Kenner.

Der Tip einer Casting-Agentin führt Louis zu John Dough, dem Porno-Star schlechthin. Louis besucht ihn bei den Dreharbeiten zu seinem neusten Film „Debbie macht´s in Dallas“ und trifft dabei auf zwei Veteranen des Porno-Geschäftes: Die Porno-Queen Sharon Mitchell, eine ehemalige Heroin-Abhängige und seit den 70ern horizontal tätig, und den Regisseur und ehemaligen Darsteller Paul Thomas. Aber auch die anderen Akteure scheuen sich nicht, auch beim Gespräch mit Louis alles zu geben. Auch JJ Michaels – in der Branche bekannt als „The Kid“ – gewährt Louis einen intimen Blick auf seine startende Karriere als männlicher Porno-Darsteller. Er begleitet ihn bei seinem ersten Zusammenkommen mit der Darstellerin Johnnie Black, deren Ehemann immer beim Dreh zusieht.

Die Anzahl der anwesenden Personen am Filmset führt dann zu einigen Durchhängern bei den Aufnahmen. In der Folge besucht Louis noch Hardcore-Produzenten, läßt von sich selbst ein Aktfoto machen und spielt eine kleine Rolle als strenger Mounty in einem Schwulenporno. Trotz aller Annehmlichkeiten und Skurrilitäten bringt Louis Reise in die Welt der Porno-Industrie und ihrer Darsteller auch die Risiken dieses Geschäfts zutage: AIDS ist ein ständiger Begleiter in dieser Branche.

Wrestling extrem

Diese Form des Showcatchens zählt zu den beliebtesten Sportarten Amerikas. Louis kann nicht ganz verstehen, was die Faszination dieser Sportart ausmacht. Deshalb besucht er einen kleinen Verband von Wrestlern, die durch die Turnhallen der amerikanischen Provinz tingelt.

Die AIWF (American Independent Wrestling Foundation) aus South Carolina muß schon etwas besonderes bieten, um gegen die Profis aus dem Fernsehen bestehen zu können. Bei ihren Auftritten umwickeln sie die Arme mit Stacheldraht oder wälzen sich schon mal in Reißnägeln. Das Ganze ist zwar nur Show, aber das Publikum in den Vorstädten möchte auch Blut sehen. Louis begleitet die Wandertruppe der AIWF und entdeckt dabei die kleinen Tricks der Amateur-Catcher, die im normalen Leben 60 Stunden die Woche in bürgerlichen Berufen arbeiten, und sich am Abend im Ring mit Rasierklingen bearbeiten. Höhepunkt dieser Folge ist aber Louis Besuch in einer Wrestling-Akademie, wo die Athleten nicht nur hartes körperliches Training leisten, sondern auch lernen, wie man seinen Gegner schon vor dem Kampf psychologisch zur Sau macht. Ein harter Tag für Louis, denn auch er wird hart rangenommen...

Broadway-Träume

Der Broadway ist das Ziel aller Schauspieler, die gerne berühmt werden wollen, und meistens als Fitneß-Lehrer arbeiten um leben zu können. Louis Theroux entscheidet sich in dieser Folge den dornigen Weg zum Star selbst zu beschreiten. Sein Ziel ist bescheiden aber trotzdem ehrgeizig: Er möchte auf einem Norwegischen Kreuzfahrtschiff singen, oder zumindest als tanzender Schokoriegel in einem Süßigkeits-Themenpark in Hershey Pennsylvania seine Karriere durchstarten.

Zu diesem Zweck sucht er Rat in einer renommierten Agentur, die verspricht aus jungen Talenten Stars zu formen und trifft dabei auf Schauspieler und Sänger, die er zu ihren Castings begleitet. Louis übt dabei Konzentrationstechniken, nimmt Gesangsuntericht für eine große Audition und brilliert schließlich mit seiner ganz persönlichen Version der Beatles-Nummer „With a little help from my friends“. Herausgekommen ist dabei eine Reportage, die den Broadway nicht als Starmaschine, sondern als Wartesaal der Hoffnungen portraitiert. Oder wie es Louis selbst formuliert: „ Alles in allem hat es mir die Augen geöffnet. Journalistisch gesehen ist der Aufwand, den die Leute betreiben wahnwitzig: Sie mühen sich ab um endlich eine gute Rolle zu bekommen, aber am Ende sind sie froh über eine Nebenrolle in einem Zahnpasta-Werbespot."

Unter Rassisten

Es hat lange gedauert, bis Rassismus in Südafrika nicht mehr gesetzlich legitimiert war. Demokratische Verhältnisse und multikulturelles Zusammenleben gehören mittlerweile zur Tagesordnung. Für einige Unverbesserliche gilt dies allerdings nicht. Hardliner unter der weißen Bevölkerung wünschen sich nichts lieber als die Rückkehr zu den "alten" Verhältnissen". Mit der Gründung "weißer" Gemeinden versuchen sie den Lauf der Zeit umzukehren. Eugene Terreblanche ist einer der führenden Köpfe dieser Bewegung. Louis Theroux begibt sich in dieser Episode unter die "Unbelehrbaren".

Die Glaubensfrage

Ein Agnostiker antwortet auf die Frage, ob es Gott gibt, mit der Antwort - ich weiß nicht. Es gibt günstigere Voraussetzungen um ein Leben im Sinne der Bibel zu führen und die eigene Seele vor dem Fegefeuer zu retten - zumindest wenn es nach konservativen Protestanten in den USA geht. Louis setzt sich in dieser Episode von "Ein abgedrehtes Wochenende" mit dem Gedankengut sehr gläubiger und bibeltreuer Menschen auseinander - zumindest sieht sich die vor allem im Süden der USA verbreitete Gemeinde selber so. Louis geht der Sache auf den Grund und ist sich wie immer nicht zu schade, wichtige Erfahrungen auch am eigenen Leib zu machen. Der Meister des "ironischem Journalismus" wird prompt zum Highlight einer christlichen TV-Show. Ist Louis noch zu retten?

Die UFO-Jäger

Ist es die Einsamkeit der Wüsten im Südwesten der Vereinigten Staaten - oder gibt es eine andere Erklärung? Warum sind Louis' Gesprächspartner in dieser Episode von "Ein abgedrehtes Wochenende" so felsenfest davon überzeugt, dass es Außerirdische wirklich gibt? Louis, von Natur aus eher skeptisch, hätte gerne handfeste Beweise. Können die UFO-Jäger mit Fakten dienen oder handelt es sich um Spinnereien?

Meister der Verführung

Ein Aufenthalt in Las Vegas hat schon so manches Leben verändert. Entweder man verlässt die Stadt als Millionär oder schleicht sich ruiniert bis an sein Lebensende von dannen. Louis interessiert sich bei seinem Besuch im Mekka des Glückspiels aber nicht so sehr für Spieltische und einarmige Banditen. Eine Szene von Motivationstrainern, Hypnotiseuren und Coaches ist es, die Louis mal etwas genauer unter die Lupe nehmen möchte. Zufall oder nicht - selbige Szene hat sich das Spielerparadies als idealen Ort für die eigenen Aktivitäten auserkoren. Glücklich durch Hypnose? Erfolgreich durch Motivationstraining? Bei solchen Versprechungen wird Louis als geborener Skeptiker natürlich hellhörig. Schafft man es mit Hilfe von Seminaren schneller zum Millionär als beim Roulette oder füllen solche Veranstaltungen eher die Taschen von Scharlatanen? Louis fühlt den Gurus auf den Zahn.

Die Homeshopper

Den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzen und einkaufen, auch das ist ein "komisches" Phänomen: Homeshopping - Louis geht der Sache auf den Grund. Hobby, Langeweile oder gar Sucht?

Gangsta Rap

ZDFneo - 11. Feb / 23:00 Uhr

In dieser Folge widmet er seine Aufmerksamkeit dem Gangsta-Rap. Louis macht sich auf nach New Orleans und trifft Reece und Bigelow. Seine Ambition? Luis versucht sich als weißer Mittelklassen-Rapper. Wie reagieren New Orleans und die Szene auf den eher unscheinbaren Londoner? Kann Louis sich im "Ghetto" behaupten?

Unter Brüdern

"No justice - no peace!" Diese Parole, wenn auch inhaltlich sehr dehnbar, erscheint Louis zumindest teilweise noch nachvollziehbar. Was ihm ansonsten in Harlem begegnet lässt dem sympathischen Journalisten allerdings sprichwörtlich die Haare zu Berge stehen. Mozart, Shakespeare und die Wikinger waren schwarz - wie sich mit Hilfe von unverfälschten historischen Dokumenten belegen lässt. Christus wird wieder auf der Erde erscheinen und die Welt vom Übel der weißen Rasse befreien. Und sollte dies nicht geschehen, werden die Black Panther diese Aufgabe in absehbarer Zukunft übernehmen. Ein friedliches Zusammenleben mit den weißen Peinigern ist weder angestrebt noch möglich. Mit der gewohnt hemdsärmeligen Art spaziert Louis Theroux in eine Welt, die ihn nur bedingt willkommen heißt. Mitten in Harlem sucht er die Begegnung mit den wichtigsten Köpfen und Führern des neuen schwarzen Nationalismus. Und was Louis vorfindet ist nicht weniger erschreckend als die ungezügelteste Phantasie. Unbeirrbare Führer wie Dr. Khallid Muhammad, die Priester der schwarzen Israeliten oder Reverent Al Sharpton vertreten und formulieren extrem gefährliche Ideologien. Louis ist verzweifelt - wie können intelligente Menschen solchen Ideen verfallen?

Die Swinger

Diesmal schaut Louis hinter den Vorhang der Swinger- und Fetisch-Szene. Die Vermutung - man geht hin und spricht nur nicht darüber - erweist sich natürlich als völlig richtig. Gary und Margaret, die zu Hause regelmäßig private Swinger-Partys veranstalten, können das nur bestätigen. Mit den Regeln der "Szene" kann Louis sich bestens identifizieren. Keine Drogen, kein übermäßiger Alkoholgenuss, Höflichkeit und allgemeiner Respekt. Bleibt noch die persönliche Erfahrung am eigenen Leib. Dazu braucht Louis, wie er erfährt, eine Partnerin. Kurzerhand ist ein Inserat aufgegeben - TV-Moderator sucht Begleitung zwecks Besuchs eines Swinger-Clubs. Antworten lassen nicht lange auf sich warten und Louis merkt so langsam, worauf er sich eingelassen hat.

Nächte in Bagkok

In dieser Episode macht sich Louis Theroux auf den Weg in den fernen Osten und geht der Frage nach: Warum werden thailändische Frauen von europäischen Männern förmlich angebetet?

Die Autocrasher

Sie sitzen auch hin und wieder auf dem Weg zu einem wichtigen Termin in ihrem Auto und möchten den Wagen vor ihnen einfach von der Straße bugsieren, weil er jetzt seit einer Ewigkeit mit Tempo 30 km/h vor ihnen her trödelt? Genau das ist in den Kreisen, in die sich Louis Theroux diesmal begibt, erwünscht. In Michigan begibt sich Louis unter die "Autocrasher". Männer und Frauen, die beim Demolition-Derby alles daran setzen auf der Strecke zu bleiben. Nachdem Louis sich mit der Szene vertraut gemacht hat, wagt er sich mutig auf die Rennstrecke.

In der Muckibude

Diesmal interessiert sich Louis für die Welt des Körperkults. Was macht viele Menschen geradezu süchtig danach, den eigenen Körper durch extremen Muskelaufbau attraktiver zu machen? Louis trifft sich in Südkalifornien mit Guy Grundy, einer bekannten Größe in der Bodybuilding-Szene, um dem Phänomen auf den Grund zu gehen. Natürlich muss Louis bei seinen Recherchen auch selber etwas Eisen stemmen - tatkräftig unterstützt von einem Ex-Marine-Drill-Seargent. Findet Louis Muskeltraining etwa nicht so reizvoll, weil er keine hat?


Louis Theroux

Louis Theroux wurde 1970 in Singapur geboren. Sein Vater ist der amerikanische Schriftsteller Paul Theroux („Die Moskitoküste“, verfilmt mit Harrison Ford in der Titelrolle). Schon von Kindheit an reiste er mit seiner Mutter und seinem älteren Bruder Marcel durch die ganze Welt, bis sich die Familie im Süden Londons niederließ. Louis ging zur Westminster School und machte sein Diplom für Geschichte an der Universität Oxford.

Nach dem Studium jobbte er in der Heimat seines Vaters: in Amerika. Nach verschiedenen Jobs - unter anderem als Glasbläser für peinlich detailfreudige Engelsfiguren und als Schreiber für das New Yorker Satiremagazin SPY, wurde er 1994 vom Fernsehen entdeckt. Für eine Serie namens „TV-Nation“ begab er sich in das skurrile Amerika: Er besuchte Weltuntergangsfanatiker, Neo-Nazis und Leute vom Klu Klux Klan.

 

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