Eine sechsteilige BBC-Dokumentation
über die "Todesfabrik" des Dritten Reiches
1. Teil: Die ersten Opfer 2. Teil: Die Sklavenindustrie 3. Teil: Die Fabriken des Todes 4. Teil: Verbrechen und Korruption 5. Teil: Der Massenmord 6. Teil: Befreiung und Vergeltung
Auschwitz steht für ein Verbrechen, das in der Geschichte der
Menschheit einmalig ist. Hier fand der größte Massenmord
aller Zeiten statt. Warum gerade in Auschwitz die „Todesfabrik“
entstehen konnte, dieser Frage geht die sechsteilige BBC-Dokumentation
nach.
Die Serie folgt den Spuren des Massenmordes. Sie beginnt beim Bau von
Auschwitz als Konzentrationslager für polnische politische Gefangene
und zeigt die Entwicklung zum größten Vernichtungslager während
des Zweiten Weltkriegs. Sie erläutert die Befreiung des Lagers
durch die Rote Armee im Januar 1945 und zeigt die Schicksale von Opfern
und Tätern in der Nachkriegszeit. Sie verbindet die Erinnerungen
von Opfern und Tätern mit Archivaufnahmen und arbeitet mit sehr
behutsam inszenierten Darstellungen vieler Schlüsselszenen in der
Geschichte des Lagers. Erstmals werden im Fernsehen die Gebäude
des Lagerkomplexes Auschwitz-Birkenau mit Hilfe modernster Computeranimationen
rekonstruiert. Die Animationen beruhen auf Plänen aus den Konstruktionsbüros,
die nach Kriegsende beschlagnahmt wurden, sowie auf Augenzeugenberichten
und Luftaufnahmen. Sie zeigen aber nicht nur das reale Auschwitz, sondern
machen auch deutlich, mit welchen Visionen die Nazis das Lager anlegten.
„Völlig zu Recht ist der Name Auschwitz ein Synonym für
das Grauen“, sagt der Produzent der Serie, Laurence Rees, „nur
besteht im Zusammenhang mit dem Grauen das Problem, dass es unsere natürliche
Reaktion ist, uns davon abwenden zu wollen.“ Die Serie will trotzdem
zeigen, was geschehen ist. Aber sie handelt nicht nur von den schockierenden
und unvorstellbaren Leiden der Opfer. Sie handelt auch von der Frage,
warum die Täter so handelten, wie sie es getan haben. „Ich
bin überzeugt davon, dass es nicht ausreicht, Entsetzen zu empfinden.
Wir müssen auch den Versuch unternehmen, zu verstehen, wie es zu
einem solchen Grauen kommen konnte, wenn wir in der Lage sein wollen,
eine Wiederholung in der Zukunft zu verhindern“, sagt Rees.
Den Dreharbeiten vorangegangen sind drei Jahre intensiver Forschung.
Im Laufe der Produktion kamen in knapp 100 Interviews Überlebende
und Täter zu Wort, von denen sich viele zum ersten Mal vor einer
Kamera zu Auschwitz äußerten. Viele Dokumente und Pläne,
die für die Produktion herangezogen wurden, sind erst seit der
Öffnung der Archive in Osteuropa zugänglich.
Autor ist der Kreativdirektor von BBC History, Laurence Rees. Namhafte
Wissenschaftler haben bei der Entwicklung mitgewirkt, darunter
Professor Sir Ian Kershaw, der als einer der besten Kenner
des Dritten Reiches gilt und u.a. mit seiner Biografie über
Adolf Hitler auf sich aufmerksam gemacht hat.