Fußballfans sind sie alle. Die einen sind noch Teenager - die anderen sind meist junge Männer zwischen 20 und 30 und kommen aus allen sozialen Schichten: einige sind gut situierte Rechtsanwälte, Ärzte oder Geschäftsleute – und viele sind Familienväter. Und sie alle verbindet eine Gemeinsamkeit: Sie sind Hooligans. Fanatische Fans, für die Fußball und Gewalt untrennbar miteinander verbunden sind ...
HOOLIGANS ist eine investigative Reportage über ein Netzwerk der Gewalt. Den Producern der BBC gelang es erstmals, bis in die Kommando-Ebene englischer und deutscher Hooligans vorzudringen, wo gewaltsame Aktionen geplant und dirigiert werden. In zweijährigen Dreharbeiten führten sie Undercover-Gespräche und Interviews mit Hooligans, Polizisten und Fans und filmten zum Teil schockierende Szenen mit versteckter Kamera in den Straßen und Stadien überall auf der Welt.
Für Hooligans ist jedes Spiel ein Ereignis. Sie verwandeln Großstädte in Hochsicherheitstrakte und in ihren ganz privaten „Fight-Club“, wo sie ihre Aggressionen meist mit brutaler Gewalt ausleben können. „Sie erleben beim Prügeln den Kick, den andere beim "Bungee-Jumping" oder Abenteuer-Urlaub in der Wildnis suchen" - so der Sportsoziologe Gunther A. Pilz. Der Fan-Forscher von der Universität Hannover schätzt die Zahl der gewaltbereiten "Hooligans" in Deutschland auf 3.000 bis 6.000 junge Männer. Und die Hooligans werden auch bei der Fußball-WM nicht aufzuhalten sein ...
Die WM 2002 (vom 31. Mai bis zum 30. Juni) in Südkorea und Japan ist nicht nur ein sportliches Ereignis. Denn mit den Stars aus den Fußballnationen aus aller Welt kommen auch ungebetene Gäste ins Land des Lächelns. Südkorea hat bereits ein Einreiseverbot für 890 als Hooligans bekannte Fans aus Großbritannien und Frankreich verhängt, und arbeitet außerdem mit Hooligan-Experten aus 13 anderen WM-Teilnehmerländern zusammen. Und die japanische Polizei hat ihre Beamten neben modernster Kampfausrüstung auch mit langstiligen Fanggabeln bewaffnet, um den unbekannten Gegner beizukommen. Mit solchen "sasumata" haben schon im Mittelalter die Samurai Kriminelle gefangen. Bei den Gruppen-Spielen der englischen Nationalmannschaft in Saitama, Sapporo und Osaka sollen nach Angaben der japanischen WM-Organisatoren jeweils 500 bis 700 Polizisten eingesetzt werden. Damit sollen Ausschreitungen wie bei der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich und der Europameisterschaft 2000 in Belgien verhindert werden.
Doch die Hooligans werden sich davon nicht abschrecken lassen – im Gegenteil: Die Reportage zeigt, wie die Hooligans den Krieg mit den Behörden organisieren. Wie mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel wie SMS und Mobiltelefonen der Mob für den Straßenkampf gesteuert wird. Wie sogenannte „Generäle“ das Geschehen auf den Straßen kommandieren. Wie „Scouts“, die Positionen und Taktiken der Polizei ausspionieren – und wie das Internet als Netzwerk für die Bildung einer neuen Organisation genutzt wird: Ein Netzwerk der globalen Hooligans die aus dem anonymen Nichts auftauchen, wahllos oder zielgerichtet prügeln - und dann, nach dem Kick, wieder im Nichts verschwinden.