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Invasion auf Lampedusa
[OT: The Invasion of Lampedusa] |
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Europa feiert Nordafrikas neue Demokratien, doch nun dürfen die Menschen ungehindert ausreisen. In kaum seetauglichen Booten wagen seither tausende Nordafrikaner die Überfahrt an Süditaliens Küsten. Rund 48'000 Personen waren es im letzten Halbjahr.
Die meisten landen auf der kleinen Insel Lampedusa. Statt Touristen bevölkern sie die idyllischen Strände und Bars der kleinen Insel, die aus allen Nähten platzt. Zeitweise übersteigt die Zahl der Flüchtlinge diejenige der Einheimischen, und das führt zu Konflikten. Ein Reporterteam von BBC hat im März 2011, als die erste Flüchtlingswelle aus Tunesien kam, auf Lampedusa gefilmt und dokumentiert eindrücklich, wie die Touristeninsel plötzlich zum Prüfstein der europäischen Flüchtlingspolitik wurde.
Lampedusa liegt nur 130 Kilometer von der tunesischen Küste entfernt. Für viele Nordafrikaner ist sie das ersehnte «Tor zu Europa». Seit Beginn der Umwälzungen in Nordafrika sind mehr als 33'000 Menschen auf der nur 20 Quadratkilometer grossen Mittelmeerinsel gestrandet.
Eine erste grosse Flüchtlingswelle erreichte Lampedusa im Frühling 2011, just als sich die Einheimischen auf die Ankunft ihrer wohlhabenden Touristen vorzubereiten begannen. Innerhalb weniger Tage landeten 3000 Tunesier und versetzten die Insel schlagartig in Zustände wie 2008 und 2009, als sie von 20'000 Bootsflüchtlingen heimgesucht worden war.
Doch die damals errichteten Lager waren geschlossen worden, als infolge eines Freundschaftsabkommens zwischen Italien und Libyen die Zahl der Flüchtlinge auf wenige Dutzend absackte. Und nach der Ruhe der letzten zwei Jahre waren die Inselbewohner nicht mehr bereit, zu den alten Zuständen zurückzukehren. Als immer mehr Boote von der Küstenwache in den Hafen gelotst wurden, machte sich massiver Widerstand breit, und der Bürgermeister warnte: «Lampedusa ist ein Pulverfass, Bürgerrevolten könnten ausbrechen».
Ein Besuch der französischen Rechtspopulistin Marine le Pen, die im Hinblick auf ihre Präsidentschaftskandidatur aus der Situation Kapital schlagen wollte, heizte die fremdenfeindliche Stimmung zusätzlich an. Gegendemonstrationen von Menschenrechtsaktivisten, die an die Solidarität und Menschlichkeit der Lampeduser appellierten, verhallten ungehört.
Die Einheimischen fühlten sich überfordert und von der italienischen Regierung im Stich gelassen. Doch erst als sie den Hafen blockierten und die Küstenwache an der Landung eines Flüchtlingsboots hinderten, reagierte Rom. Ministerpräsident Berlusconi persönlich kam zu Besuch und versprach den Abtransport aller Flüchtlinge innerhalb dreier Tage. Er hielt sein Versprechen, aber kaum waren die letzten weg, landete das erste Boot mit Flüchtlingen aus Libyen.
PRODUKTION
Director
Olly Lambert
Executive Producer
Angus Macqueen
A Ronachan production for BBC |
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