Nel ist als Sechsjährige mit ihrer Familie aus Afghanistan geflohen und lebt seither in London. Doch nie hat die Erinnerung an ihre Heimat sie losgelassen, und mit 21 beschliesst sie, eine Reise nach Kabul zu unternehmen.
Sie will ihre Grossmutter und ihre Verwandten besuchen und will herausfinden, ob sie nun mehr Britin oder mehr Afghanin ist-. Und Nel will mit eigenen Augen sehen, welches ihre Lebenssituation wäre, wenn sie ihr Land nicht verlassen hätte.
Die Reise ist ein grosses Wagnis, und obschon die Taliban seit 2001 offiziell nicht mehr an der Macht sind, ist das Leben in Afghanistan namentlich für die Frauen alles andere als angenehm: Nur wenige haben Zugang zu Bildung, und selbst an der Kabuler Universität findet man nur vereinzelt Studentinnen. Auch wenn sie ihren Töchtern eine gute Schulbildung angedeihen lassen möchten, fürchten viele Familien um deren Leben und behalten sie lieber zu Hause.
Für Nel wird die Reise zeitweise zum Horrortrip, etwa wenn sie in Spitälern und Gefängnissen die Opfer männlicher Brutalität antrifft: Frauen, die im Gefängnis sitzen, weil sie sich gegen den Allmachtsanspruch ihres Mannes auflehnten, oder die verstümmelt im Spital liegen, weil sie sich aus Verzweiflung selbst verbrennen wollten.
Umso erstaunter ist Nel, als ihre gebildete Cousine ihr darlegt, dass sie nichts gegen eine arrangierte Heirat hätte. Und auch die Burka erweist sich nicht nur als Gefängnis, sondern bei heiklen Expeditionen als praktische Tarnung.
Die BBC-Reporterin Ruhi Hamid hat Nel auf ihrer Reise begleitet und mit ihr ungewohnte Einblicke in den oft fast unerträglichen Alltag eines wunderbaren Landes gewonnen. Daraus ist ein vielbeachteter und preisgekrönter Dokumentarfilm geworden.
PRODUKTION
Producer
Ruhi Hamid
Series Producer
Sarah Waldron
Executive Producer
Tom Giles
A BBC production