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CHAOS IM KOPF ZWISCHEN GENIE UND WAHNSINN  [OT: Glad to be Mad]

Die Dokumentation zeigt Nick van Bloss auf seiner sehr persönlichen Suche nach Antworten und gibt einen Einblick in sein Leben mit dem Tourette-Syndrom. Dabei wirft er ein ganz neues Licht auf die universelle Frage, wie schmal der Grat zwischen Genie und Wahnsinn wirklich ist...

„Genie und Wahnsinn liegen oft dicht beieinander“ – stimmt das tatsächlich? Ist ein bisschen „Verrücktheit“ die Voraussetzung für echte Kreativität, oder ist das nur ein romantisches Künstlerbild? Nick van Bloss leidet unter dem Tourette-Syndrom und ist ein Genie am Klavier. Trotz oder wegen seiner Krankheit? Dieser außergewöhnliche Film zeigt das Leben eines begnadeten Pianisten zwischen Genie und Wahnsinn. Er sucht Antworten, wie seine Begabung und sein Leiden zusammen hängen…

Als Siebenjähriger entwickelte Nick van Bloss plötzlich einen unerklärlichen Tick. Er konnte nicht mehr aufhören, seinen Kopf zu schütteln. Sein Leben wurde zur Hölle. Erst Jahre später stellte er durch Zufall fest, was ihn zur Ruhe kommen ließ: das Klavierspielens. Nick van Bloss war ein musikalisches Wunderkind. Mit elf begann er mit dem Klavierspielen und absolvierte innerhalb von Monaten eine Ausbildung, für die andere Jahre brauchen. Bald darauf beeindruckte er mit seinem schier unfassbaren Können in großen Konzertsälen und auf Schallplatten.

Wenige ahnten, wie Nick van Bloss’ Leben außerhalb des Konzertsaals aussah. Er hatte den Drang, sich selbst zu verletzen, schlug sich in den Bauch, schrie, schimpfte, biss so hart auf Gegenstände, dass seine Zähne brachen und zuckte am ganzen Leib. Seine Mitschüler und Lehrer verspotteten ihn. Er wolle auf sich aufmerksam machen, unterstellten ihm Ärzte, die ratlos waren. Das einzige, wodurch sich die Krämpfe und motorischen Störungen, die typisch sind für diese Krankheit, eindämmen ließen, war das Klavierspielen. Der gemiedene Außenseiter wurde zum Ausnahmekünstler, bis zu dem Tage, als ihn die Krankheit auf der Bühne wieder einholte. Seine Karriere war zu Ende. Aber gibt es vielleicht sogar einen Zusammenhang bzw. war seine Krankheit die Ursache für seine Karriere?

Nick van Bloss hofft, dass die Forscher heute seine Fragen beantworten können. In den USA trifft er den Psychologen Dr. Jordan Peterson, der ihm Beweise für eine tatsächliche Verbindung zwischen kreativem Genie und Wahnsinn liefert. Peterson ist überzeugt, dass für kreatives Schaffen eine bestimmte affektive Störung notwendig ist, die einigen wenigen Menschen ermöglicht, Gegenstände und Geräusche wahrzunehmen, die den meisten anderen entgehen. Sie haben den Drang, die Welt für sich völlig neu zu schaffen, um die Eindrücke zu verarbeiten und ihnen einen Sinn zu geben. Das Resultat kann extrem ausfallen: Es kann ebenso zur radikal neuen Interpretation eines Konzertstücks führen wie zum Absturz in schlimmste Psychosen...

Wussten Sie, dass...

...das Tourette-Syndrom nach Georges Albert Gilles de la Tourette benannt wurde? Dieser französische Arzt und Neurologe beschrieb 1885 neun Patienten mit allen Symptomen, die heute als typisch für diese Krankheit gelten.

Im Moment gehen die Mediziner davon aus, dass es sowohl eine genetische als auch eine nicht-genetische Form des Tourette-Syndroms gibt.

 

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