Diese BBC Dokumentation
beleuchtet in eindrucksvoll animierten Spielszenen die große
Flut von 1607 in England.
Die Sonne scheint hell am Himmel, der Morgen ist fast windstill.
Die Dame des Hauses hat gerade ihr Frühstück beendet.
Sie schaut aus dem Fenster und traut ihren Augen nicht: Eine
über 5 Meter hohe Welle rast über das Land direkt
auf das Dorf zu. Sekunden später zerbersten die Fensterscheiben
mit lautem Knall. Die Gewalt des Wassers reißt das Gebäude
in Stücke und spült es fort. Über 2.000 Menschen
sterben bei der größten Flutkatastrophe in der Geschichte
Großbritanniens.
Am 20. Januar 1607, gegen 9 Uhr morgens, bricht eine verheerende
Flutwelle über das Land. Fast 600 Kilometer der Küste
im Südwesten von England und Wales sind betroffen, 520
Quadratkilometer Land stehen mehr als zehn Tage lang unter Wasser.
Etliche historische Dokumente beschreiben die Katastrophe. Auch
in mehreren Kirchen der Region finden sich Hinweise auf das
Naturereignis und seine Folgen. Lange Zeit galt eine außergewöhnlich
hohe Sturmflut als Auslöser der tödlichen Welle. Historische
Beschreibungen der "Wasserwand", die ohne Vorwarnung
kam und schneller war "als ein Hund laufen konnte",
lassen Professor Simon Haslett und Dr. Ted Bryant vermuten,
dass ein Tsunami für die zerstörerische Flut verantwortlich
war. Mit bis zu tausend Stundenkilometern rast er kaum wahrnehmbar
über das offene Meer. In Küstennähe kann sich
der Tsunami dann zu einer Riesenwelle aufbäumen und mit
der ungebändigten Gewalt des Ozeans über das Land
hereinbrechen. In den am stärksten betroffenen Gebieten
suchen die beiden Wissenschaftler nach Beweisen für die
Tsunami-Theorie. An der Küste von Süd-Wales in Dunraven
Bay finden sie erste eindeutige Hinweise. Die Anordnung der
Felsblöcke deutet darauf hin, dass die Steine von der Wucht
einer Welle ans Ufer gespült wurden. Seismologische Aufzeichnungen
belegen, dass unterseeische Beben und Erdverschiebungen in der
Region vorkommen. Vor etwa 7000 Jahren löste ein gewaltiges
Seebeben einen Tsunami aus. Die über 20 Meter hohe Killerwelle
verwüstete große Teile der Ostküste von Schottland.
Auch die Ablagerungen in Erdschichten in der Nähe von Cardiff
stützen die Vermutung der Forscher, dass die größte
Flutkatastrophe Großbritanniens durch einen Tsunami verursacht
wurde.
Der Dokumentarfilm beleuchtet in eindrucksvoll animierten
Spielszenen die große Flut von 1607 in England und begleitet
ein internationales Forscherteam bei ihrer geologischen Expedition
auf den Spuren der Tsunami-Katastrophe