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Gesichter

Diese Dokumentation verbindet Kunst, Technik und viele menschliche Geschichten zu einem Portrait.

Wenn wir morgens in den Spiegel sehen, blicken wir in unser Gesicht. Aber was ist das eigentlich, das Gesicht? Rein biologisch betrachtet, ist es der vordere Teil des Kopfes, eine Fläche aus 44 Muskeln. Aber in Wahrheit ist das Gesicht das bedeutendste Merkmal unserer Identität. Es gibt uns ein “Ich”, läßt uns unsere Gefühle zum Ausdruck bringen und mit anderen kommunizieren.

Es gibt über sechs Milliarden menschliche Gesichter auf unserem Planeten – und jedes dieser Gesichter birgt eine Menge Geheimnisse und spricht gleichzeitig Bände. Denn ob wir es wollen, oder nicht: Mit unserer Mimik verraten wir Anderen was wir denken und fühlen. Die vierteilige BBC Exklusiv Doku-Reihe GESICHTER verbindet Kunst, Technik und viele menschliche Geschichten zu einem Portrait des menschlichen Gesichts, und enthüllt was in unserem Innersten vorgeht.

Der Präsentator von GESICHTER – Das Geheimnis unserer Identität ist ebenfalls ein vertrautes Gesicht: John Cleese, Ex-Monty Phyton, Schauspieler, Gastprofessor und seit kurzem auch Bestseller-Autor psychologischer Ratgeber (“Families and how to survive them, gemeinsam mit Robin Skynner) hält nicht nur sein eigenes Antlitz in die Kamera, sondern enthüllt gemeinsam mit Schauspielerin und Model Elisabeth Hurley auf gewohnt skurrile Weise das Geheimnis von Ruhm, Schönheit und unserer Identität.

Von Angesicht zu Angesicht

Krokodile weinen nicht. Und Fische hat man noch selten lachen gesehen. Viele Tiere haben zwar ein Gesicht, aber oft zeigt es kaum Regungen. Bei Säugetieren ist das anders: Und vor allem der Mensch entwickelte in Millionen Jahren nicht nur den aufrechten Gang und die Sprache. Menschen konnten plötzlich von Angesicht zu Angesicht miteinander kommunizieren und sich direkt ins Gesicht blicken.

Das erste Gesicht im Leben eines Menschen ist zumeist das der eigenen Mutter. Babies lernen schnell, das Gesicht ihrer Eltern zu erkennen. Und sie merken auch, was ein freundliches oder ein böses Gesicht ist - denn diese Fähigkeit gehört mit zu den wichtigsten sozialen Fähigkeiten des Menschen. Das belegt auch die biologische Tatsache, dass die Hälfte unseres Gehirnvolumens alleine dem Sehen gewidmet ist. Nichts ist so wichtig wie die Wahrnehmung.

Das weiß auch ein Mann, der keine Gesichter erkennen kann. John Cleese besucht ihn, um mehr über seine seltene Krankheit zu erfahren: Denn er kann nicht mal Hillary Clinton oder Prinzessin Diana auf einem Foto identifizieren. Das wäre nicht so schlimm – aber er erkennt aufgrund einer Fehlfunktion im Gehirn nicht einmal die Gesichter seiner eigenen Kinder.

Das Erkennen von Gesichtern ist mittlerweile kein Privileg des Menschen mehr. Intelligente Überwachungskameras verfolgen uns auf Schritt und Tritt – und sie können unser Gesichter auch in einer Menschenmasse schon identifizieren. Präsentator John Cleese versucht dabei, eines dieser Gesichter-Erkennungsprogramme auszutricksen. Aber selbst eine Reihe seltsamer Verkleidung hilft ihm nichts: Der Computer scannt 15 Millionen Gesichter in der Sekunde – und er ist offenbar ein Fan des ehemaligen Monty-Phyton Frontmanns und erkennt in jedesmal auf Anhieb. Leute, die etwas zu verbergen haben, sollten jedenfalls große Sonnenbrillen tragen. Nur dann versagt das Programm den Erkennungsdienst ...

Zum Star geboren

Berühmte Gesichter sieht man überall: Sie starren einem aus Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehen entgegen, lachen uns im Kino oder von Werbetafeln an, und senden uns damit ständig Botschaften. Ihre Gesichter verkaufen Sex, Macht und Politik. Die Gesichter von Marylin Monroe, Prinzessin Diana oder von populären Fernsehmoderatoren sind uns oft näher und vertrauter, als die Gesichter unserer nahen Angehörigen. In dieser Folge von GESICHTER sucht John Cleese nach den Markenzeichen der Berühmtheit. Andy Warhols Postulat, dass jeder Mensch ein Star sein kann, hat sich erfüllt. Talentfreiheit gilt im Medienzeitalter mittlerweile kaum mehr als Makel, sondern als Verkaufsetikett. Aber wie wird man wirklich zum Star? Und welche Rolle spielt dabei das Gesicht? John Cleese trifft in “ZUM STAR GEBOREN” jene Menschen, deren Gesicht noch kaum einer kennt - aber die alles tun, damit sich das ändert. Sie sind der Verlockung des Ruhms bereits gefolgt - und einer dieser gutaussehenden Männer hat es schon fast geschafft: Allerdings waren seine Fans eher von seinem Körper begeistert. Der Ex-Chippendale, macht nun im Schottenrock Fremdenverkehrswerbung und preist Scotch-Whisky an. Der Weg ist mühsam, aber das Ziel ist klar: Hollywood.

Dort suchen die Chefs und Typ-Scouts der mächtigsten Casting-Agentur der Film-Metropole nach den Stars von morgen. Auch sie wissen, dass Schönheit alleine nicht automatisch ein Garant für Ruhm ist. Auf ihrem Schreibtisch türmen sich Dutzende Fotos von gutaussehenden Menschen – aber oft ist es ein besonderer Blick oder eine originelle Geste, die das besondere einer Person zum Ausdruck bringt. John besucht dabei auch eine Frau in einer Casting-Agentur, die weiß wovon sie spricht: ihr Gespür für das richtige Gesicht hat sie nicht getäuscht. Sie entdeckte nicht nur Matt Damon sondern auch Leonardo di Caprio ...

Das Gesetz der Schönheit

Was ist Schönheit? Jedenfalls weit mehr als eine Frage des persönlichen Geschmacks: Liebende aus aller Welt, werden immer wieder von denselben Merkmalen wie magisch angezogen. Ein schönes Gesicht hat, wer gesund aussieht. Häßlichkeit hingegen wird oft mit Krankheit gleichgesetzt. Große Augen, weiche Haut und ein symetrisches Antlitz gelten auf der ganzen Welt als attraktiv. In “DAS GESETZ DER SCHÖNHEIT” geht Präsentator John Cleese einem Mythos nach: Denn angeblich haben gutaussehende Menschen mehr vom Leben: die besseren Jobs, mehr Geld - und ein erfülltes Sex-Leben ...


Was Schönheit und eine gesunde Ausstrahlung bewirken können, weiß man spätestens seit 1960. Damals traten Nixon und Kennedy zur Fernsehdebatte im US-Präsidentschafts-Wahlkampf an. Ein müder und grau wirkender Nixon, der sich mit seinem Anzug kaum vom Hintergrund abhob, saß einem strahlend lächelnden John F. Kennedy gegenüber. Radio-Hörer sahen Nixon als Sieger der Diskussion. Fernsehzuschauer votierten mehrheitlich für Kennedy. Nixon sah einfach nicht gut aus: er schwitzte, und hatte Make up der Legende nach mit der Begründung abgelehnt, dass “das nur etwas für Schwule wäre”. Wie die Wahl endete ist bekannt.

John Cleese steht in dieser Folge auch auf Liz Hurley. Und zwar wandert er mittels Tricktechnik mitten in ihrem außergewöhnlich schönen Gesicht. Ihr Antlitz entsprach nicht nur dem Geschmack von Hugh Grant, sondern auch wissenschaftlichen Kriterien der Proportion. Schon Leonardo da Vinci entdeckte die perfekten Proportionen des menschlichen Körpers: 1:1,618. John Cleese trifft in dieser Folge einen Gesichtschirurg, der sich seit 25 Jahren mit dem perfekten Gesicht beschäftigt. Eine von ihm entwickelte Bildserie mit 18 Gesichtern wurde von Versuchspersonen überall in der Welt in der selben Reihenfolge nach Attraktivität geordnet. Es gibt also doch ein Gesetz der Schönheit ...

Die Maske des Lachens

Wie wichtig das Lachen in unserer Kommunikation ist, zeigt ausgerechnet das Internet. E-mails sind eine äußerst praktische Kommunikationsform – bis auf den Umstand, dass man sein Gegenüber nicht sieht. Doch die virtuelle Gemeinschaft wußte sich zu helfen und sendete ... Gesichter :-).

Das Lachen ist eine der wichtigsten sozialen Fähigkeiten des Menschen, die ihn von allen anderen Lebewesen unterscheidet. In “DIE MASKE DES LACHENS” trifft Präsentator John Cleese auf Leute, die nicht mal über ihn lachen können, auf professionelle Lügner - und er kommt dem falschen Lachen auf die Schliche ...

Im asiatischen Raum lacht man anders. In Japan zum Beispiel ist das permanente Lächeln eine soziale Maske. In diesem Land leben so viele Menschen auf engstem Raum, dass sie ihre Gefühle hinter einer Maske verbergen, um nicht ständig mit dem Streß anderer Menschen konfrontiert zu werden. Heute lernen die Japaner in westlichen Seminaren wie man freundlich lächelt und seine wahren Gefühle zum Ausdruck bringt. Eine Fähigkeit, die Jahrhunderte lang nahezu als obszön galt. Die Kunden dieser Seminare sind natürlich Geschäftsleute: denn auch in Japan stiegen die Umsätze um 50 Prozent, wenn beim Verkaufen freundlich gelächelt wurde.

Manche Menschen können allerdings nicht mal lachen, wenn sie etwas komisch finden. John Cleese trifft auf ein fünfjähriges Mädchen, die unter einer seltenen Form der Gesichtslähmung leidet und noch nie in ihrem Leben gelacht hat. John begleitet sie bei ihrer Operation, in der man versucht dem Mädchen das Lächeln zu schenken. Und er ist an ihrem ersten Schultag dabei, wenn sie ihre neue soziale Fähigkeit zum ersten Mal testet.

Im Gespräch mit David Attenborough erfährt John schließlich alles über die Bedeutung des sozialen Gesichts, und warum es so wichtig ist, dass man imstande ist, Gefühle auszudrücken - oder auch Stimmungen vorzutäuschen. Denn unser Gesicht hilft uns auch hervorragend beim Lügen. John besucht in der vierten Folge von GESICHTER auch Spezialisten auf diesem Gebiet: Geheimdienst-Mitarbeiter sind die wahren Experten bei der Entlarvung von Lügnern. In vergleichenden Studien schnitten sie bei der Bewertung von Testpersonen am Lügendetektor am besten ab. Anhand von Videos analysieren sie mit erschreckender Genauigkeit, wie schon der kleinste Ausdruck im Gesicht einen Lügner verrät. Mikro-Gesten und Mimik, und ein Lachen zum falschen Zeitpunkt können Gefühle oft nicht verbergen. Unser Gesichtsausdruck enthüllt immer, was in unserem tiefsten Inneren vorgeht.

 

 

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