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Mo, 13. Feb - 11:30 Uhr auf NDR An heiligen Quellen
Di, 14. Feb - 11:30 Uhr auf NDR Im Tiefland
Mi, 15. Feb - 11:30 Uhr auf NDR Das Reich des Tigers
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Der Ganges - Indiens Fluss des Lebens [OT: Ganges] |
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An heiligen Quellen
NDR - 13. Feb / 11:30 Uhr
Schäumend, kräftig und heilig - das ist der Ganges.
Ganga nennen die Inder den Fluss. Eine Göttin, die
mit ihren Wassermassen vom Himmel stürzte und von Gott
Shiwa sanft zur Erde geleitet wurde, erzählen die Hindus.
Irgendwo zwischen schneebedeckten Gipfeln und eisigen Gletschern
im Himalaya hat Indiens meistverehrter Fluss seinen Ursprung.
Seine Herkunft ist für den einen eine Glaubensfrage,
während der andere nach geologischen Fakten sucht.
Für den gläubigen Hindu existieren vier heilige
Quellen über die Hochtäler verteilt. Jede ist
durch einen alten Tempel markiert und zieht jährlich
Tausende Pilger an. Aber auch Schneeleoparden, Bartgeier
und Blauschafe stehen an den Gebirgsbächen. Gott Hanumans
Affenkrieger wirbeln durch die Wälder. Von heiligen
Bergen bewacht, liegen auf 4.000 Meter Höhe Blumenmatten
und bringen kräftige Farben in die Schneetäler.
Allein auf den ersten 200 km überwindet der Ganges
ein Gefälle von über 2.800 Metern, ehe er im Tiefland
zu mäandern beginnt. In den nun immer dichter bevölkerten
Tälern säumen einzelne Wälder die Ufer und
allmählich greift die Landwirtschaft nach dem Wasser.
Reis, Gerste Hirse, Baumwolle, Zuckerrohr reifen in der
kräftigen Sonne. Treten die Städte ins Blickfeld,
fallen die großen Zeremonien der Hindu-Gläubigen
auf, die im Wasser des Ganges stattfinden. Bei Haridwar
hat der Fluss die große Ebene, die seinen Namen trägt,
erreicht. Das Lichterfest wird täglich zu abendlicher
Stunde abgehalten, Kumph Mela ist dagegen die größte
Wallfahrtsversammlung auf Erden mit mehrerern Millionen
Pilgern am Ort.
Große Zuflüsse schenken dem Ganges zusätzlich
Wasser. Der Chambal schafft es aus einer Wüste heraus,
sein Wasser in die Ebene zu bringen. Hier lässt sich
auch der seltene Gangesgavial sehen. Mit der putzigen Schnauze
ein recht ungewöhnliches Krokodil, dafür ein um
so besserer Fischjäger. Über 6 Meter lang werden
die Männchen.
Ein wichtiges jährlich wiederkehrendes Naturereignis
stellt der Monsun dar. Aus zahmen Gebirgsbächen entwickeln
sich reißende Flüsse. Geröll, Sande und
viel Wasser bringen sie ins Tiefland. Die Überschwemmungen
in den Ebenen sind riesig. Tausende Quadratkilometer weit
steht das Land unter Wasser. Aber der Schlamm ist fruchtbar
und beschert reiche Ernten.
Im Tiefland
NDR - 14. Feb / 11:30 Uhr
Ein Zehntel der Erdbevölkerung lebt im Gangestiefland.
Der Ganges muss sie alle ernähren. Seit Jahrtausenden
schon beeinflusst er die Zivilisation und Natur Indiens.
Inzwischen sind an seinen Ufern Dschungel, Wälder und
Sumpfgebiete weitgehend geschrumpft, viel Ackerland ist
entstanden. Auf einzelnen Strecken gibt es noch Inseln der
ehemaligen Vegetation und hier auch die ursprüngliche
Tierwelt.
Aber der Raum wird schnell zu eng. Nacht für Nacht
während der Erntezeit liegen die Dorfbewohner auf Wache,
um Elefantenherden, die Hunger leiden, von ihren Feldern
fernzuhalten. Ein riskantes Unterfangen, nur Fackeln und
Messer stehen ihnen zur Verfügung. Manche Menschen
in den Städten leiden unter der Affenplage, sie wehren
sich trotzdem nicht, schließlich ist Affengott Hanuman
eine göttliche Person. Andere haben in den Dörfern
ein vollkommen lockeres Verhältnis zu Schlangen, zu
den giftigsten überhaupt. Die Kobra ist vielen Indern
sogar heilig und wird in den Häusern geduldet, Altäre
werden zu ihrer Anbetung aufgestellt und geschmückt.
In Varanasi, Indiens ältester Stadt am Fluss, treffen
sich die Gläubigen und tauchen in den Strom, um Erlösung
von all ihren Sünden zu erlangen. Auch der Ritus am
heiligen Fluss verbrannt zu werden und die Asche dem fließenden
Wasser anzuvertrauen, wird weiterhin gepflegt. Der Fluss
leidet, zu viel wird ihm zugemutet, zu viel von ihm verlangt.
Das Wasser wird teilweise knapp. Riesenstädte wie Kolkata
(Kalkutta) mit ihren giftigen Abwässern zerstören
den Strom. Im weit verzweigten Delta kämpfen die Menschen
vor der Monsunzeit mit Wassermangel. Zahlreiche Wasserarme
liegen vollkommen trocken und lassen sich durchlaufen. Auch
der Hauptarm führt dann kaum noch Wasser und sieht
eher einer Wüstenzone ähnlich.
Dort, wo sich der Ganges in Hunderte Arme auffächert,
ehe er im Golf von Bengalen ins Meer fließt, liegt
der größte Mangrovenwald der Erde, die Sundarbans.
Eine besondere Naturlandschaft, die zum Weltnaturerbe gehört.
Vielleicht liegt hier der allerletzte Zufluchtsort des Tigers,
auch wenn es in den Sundarbans gerade besonders viele Menschfresser
gibt. Kein Wunder, Mensch und Tiger leben hier auf engem
Raum zusammen, wobei die Siedlungen der Menschen außerhalb
der Mangrovenwälder liegen. Sie bestellen ausgedehnte
Reisfelder. Klaffschnäbel patrouillieren daneben im
seichten Wasser, von den Dorfbewohnern immer gern gesehen.
Genau wie die stolzen Saruskraniche gelten sie als Glücksbringer.
Neben dem Gangesdelfin im Delta zu fischen, ist keine Seltenheit.
Die Fischer nutzen die Tauchkünste des Indischen Fischotters.
Mit ihm zusammen treiben sie die Fische in die Netze. Die
Otter werden extra dafür gezüchtet. Eine Jahrhunderte
alte Tradition im Delta.
Während der Monsunzeit haben Menschen wie Tiere im
Delta zu leiden. Nach den anhaltenden sintflutartigen Regenfällen
tritt der Ganges über die Ufer und steigt teilweise
über acht Meter an. Den einen nimmt er Land, fluchtartig
müssen sie ihre Häuser verlassen, weil die Uferzone
großflächig abbricht, anderen schenkt er Land,
wenn er Schlamm heranträgt und auf diese Weise neuen
Lebensraum für Mensch und Tier schafft.
Das Reich des Tigers
NDR - 15. Feb / 11:30 Uhr
Das Filmteam folgt dem Ganges auf dem letzten Teil seiner Reise zum Meer, wo er das größte Delta und das größte Sumpfgebiet der Welt bildet. Die Zuschauer erfahren, wie Mensch und Natur in diesem unwirtlichen Lebensraum bestehen und wie sie mit den extremen Witterungsbedingungen fertigwerden, die der jährliche Monsun und die Wirbelstürme mit sich bringen.
Auf der letzten Etappe seiner Reise wird der Ganges von seinem größten Zufluss, dem Brahmaputra erreicht. Nachdem die beiden mächtigen Ströme sich vereinen, treten sie über ihre Ufer, um sich in Hunderte kleinerer Flüsschen aufzufächern und das größte Delta der Welt zu schaffen. Diese immense Wasserwelt wiederum beherbergt den größten Mangrovensumpf der Erde, den Sundarban-Wald. Hier gibt es Riesenechsen und riesige Schlangen, gewaltige Krokodile, große Herden von Axishirschen und Wälder voller Affen. Die verblüffende Vielfalt dieses Feuchtgebiets wurde selten zuvor gefilmt. Es gelang auch ein intimes Porträt der Sundarban-Tiger, die hier herrschen.
Produktion
Series Producer Ian Gray
Executive Producer Brian Leith (Congo )
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