Kaum jemand weiß, dass es auch in Asien Löwen gibt. Doch im Gir Forest im Westen Indiens hat eine kleine Gruppe der majestätischen Raubkatzen überlebt.
Früher waren Löwen von Südosteuropa bis nach Indien verbreitet. Vor allem aber die rücksichtslose Jagd ließ die Bestände zusammenschrumpfen. Prinzen und Könige ebenso wie die britischen Kolonialherren liebten es, die Großkatzen zu jagen. Nur die Nawabs von Junagadh, lokale Fürsten im Westen Indiens, erkannten den Ernst der Lage und stellten die Löwenjagd ein. In ihrem Reich haben die letzen Löwen Asiens überlebt.
Mit der Unabhängigkeit Indiens fiel der Landbesitz in die Hände der neuen indischen Regierung und wurde später zum Gir Forest Lion Sanctuary erklärt. Asiatische Löwen sind etwas kleiner als ihre afrikanischen Vettern und haben eine ausgeprägte Bauchfalte. Zudem haben die Männchen oft nur spärlich ausgebildete Mähnen. Der Hauptunterschied liegt jedoch in der Lebensweise. Während afrikanische Löwen offenes Grasland bevorzugen, leben die asiatischen Löwen im Wald. Sie bilden deshalb auch wesentlich kleinere Rudel, weil die dichte Vegetation die gemeinsame Jagd behindert.
Rund 350 wild lebende Löwen gibt es noch in Indien. Obwohl sie im Gir Forest geschützt sind, haben sie ein Problem: Das Gebiet ist zu klein. Die heranwachsenden Tiere finden oft keinen Platz mehr im Reservat. Aber der Wald der Löwen ist von Mangohainen und Zuckerrohrfeldern umgeben. Naturschützer versuchen, eine Lösung für die Konflikte zwischen Löwen und Menschen zu finden. Und während in Amtsstuben noch debattiert wird, haben zumindest einige Löwen längst ihren eigenen Weg gesucht - sie haben das Kulturland durchquert und einen von Menschen unbewohnten Küstenstreifen besiedelt.
Produktion
Producer Harry Marshall
Series Editor Tim Martin