Die indische Salzwüste Rann of Kutch ist eines der letzten
Refugien für den vom Aussterben bedrohten Indischen
Wolf. Seit Jahrhunderten leben hier die Wölfe in enger
Beziehung mit dem Nomadenvolk der Rabari.
In dieser BBC-Dokumentation
begleitet der indische Biologe Yadvendradev Jhala, der
sich seit über 15 Jahren intensiv mit Wölfen
beschäftigt,
eine Wolfsfamilie über mehrere Monate hinweg, Tag und
Nacht. Ein liebevolles Porträt des Indischen Wolfes
ist daraus entstanden.
Eigentlich ist die Kachchh eine Wüste;
jedenfalls würde man überall sonst in der Welt
diese kahle Landschaft als eine solche bezeichnen. Dennoch
leben an diesem unwirtlichen Ort Hirten und auch eine erstaunliche
Zahl von Fleischfressern: Neben Hyäne, Schakal und
Wüstenluchs sind in der Kachchh auch die letzten wenigen
Exemplare des Indischen Wolfes heimisch.
Die Rabari bekämpfen den Wolf, der
ihre Schafe reißt, mit großer Leidenschaft.
Sie töten insbesondere die Wolfsjungen, wo immer es
ihnen gelingt. Doch der Feind des Wolfes ist paradoxerweise
auch sein Ernährer: Denn die Wölfe sind fast
zur Gänze auf die Beute angewiesen, die sie in den
Herden machen können. Das karge Land bietet dem Indischen
Wolf kaum andere Nahrungsangebote. Jahrhundertelang hat
die konfliktreiche Beziehung zwischen Mensch und Wolf dem
Wolf doch auch das Überleben gesichert.
Nun aber droht dem Indischen Wolf eine tödliche
Gefahr. Denn durch lang anhaltende Trockenheit verwandelt
sich die Grassteppe tatsächlich mehr und mehr zur
Wüste. Viele Rabari geben auf oder ziehen weg, weil
auch ihre Herden kaum mehr Futter finden. Und so ist der
Wolf – obwohl seine Feinde immer weniger werden – in
großer Gefahr. Der Biologe Jhala ist überzeugt,
dass nur der Fortbestand der alten Hirtentradition auch
das Überleben der Wölfe garantieren kann. Und
dies ist mehr als ungewiss.
Produktion
Producer Mike Birkhead
Series Editor Tim Martin