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Das geheime Leben der Pflanzen [OT: The Private Life Of Plants] |
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Diese mehrteilige BBC Dokumentation zeigt Pflanzen in atemberauben Aufnahmen.
David Attenborough, der Pionier des Naturfilms, zeigt
in seiner Reihe Pflanzen in nie gesehenen Bildern. Die neuesten
Techniken enthüllen das verborgene Verhalten und den
Rhythmus ihrer so gemächlich und ruhig erscheinenden
Lebensweise. Mit Hilfe der modernsten Film-, Video- und Computertechnik
zeigt die Reihe Pflanzen in völlig neuer Weise. Kameras
schweben durch das Kronendach von Wäldern und erkunden
die inneren Mechanismen zarter Blüten. Atemberaubend
sind die einmaligen Zeitrafferaufnahmen, die das Geschehen
von Tagen und Monaten zu wenigen Sekunden verdichten und so
dem bloßen Auge unsichtbare, geheime Ereignisse deutlich
machen.
FOLGE 1: Wandern
Der Lebenszyklus aller Lebewesen gipfelt in ihrer Fortpflanzung. Pflanzensamen
müssen oft große Distanzen zurücklegen, um als Spezies
zu überleben. Spektakuläre Makroaufnahmen und Zeitraffertechnik
zeigen, wie Samen oft mit Hilfe von Tieren, Wind und Wasser Tausende
von Kilometern zurücklegen. So gibt es eine südafrikanische
Kriechpflanze, die nur darauf wartet, daß die Tiere auf sie treten.
Ihre Samen haben starke Haken, die sich in die Fußsohlen von Elefanten
und Nashörnern bohren und erst wieder abfallen, wenn die vielen
Schritte die Haken durchgewetzt haben. Eine der weltweit mobilsten Pflanzen
ist die englische Brombeere. Sobald sich eine Brombeere im Wald etabliert
hat, schickt sie stachlige Triebe aus, die neuen Lebensraum suchen.
Diese Triebe wachsen ca. 5 cm am Tag und können sich mit ihren
Stacheln überall festhalten. Sie klettern über Felsen, Baumstämme
und Pflanzen, und sobald ein Trieb irgendwo Boden berührt, läßt
die Brombeere Wurzeln in die Tiefe schießen. Mit bloßem
Auge ist die atemberaubende, ja fast aggressive Beweglichkeit der Brombeere
kaum wahrnehmbar. Zum erstenmal im Zeitraffertempo aufgenommen, sehen
Sie, wie die Brombeere mit dieser außergewöhnlichen Art der
Fortpflanzung ihren Lebensraum in der Natur behauptet.
FOLGE 2: Wachsen
Luft, Wasser und Sonne sind beinahe alles, was Pflanzen zum Leben brauchen
- aber ihre Lebensräume sind eng und bedroht von vielen Feinden.
Pflanzen besitzen die erstaunliche Fähigkeit, die aus Luft und
Wasser entnommenen Stoffe mit Hilfe von Sonnenlicht in Stärke und
Zucker umwandeln zu können. Dieser Prozeß findet in ihren
Blättern statt - ihren "Lebensmittelfabriken". Aber auf
dicht bewachsenen Flächen ist Sonnenlicht knapp, und das Wasser
muß für vieles reichen. So müssen z.B. am Waldboden
wachsende Pflanzen mit sehr wenig Tageslicht auskommen. Eine Begonieart
löste das Problem mit durchsichtigen Zellen an der Blattoberfläche,
die als Linsen fungieren und das Sonnenlicht bündeln können.
Nicht nur ungünstige Standortbedingungen behindern das Wachstum
der Pflanze, sondern auch Freßfeinde. Einige Pflanzen bewaffnen
sich deshalb mit Dornen, Brennborsten oder gar Giftcocktails. Der Adlerfarn
enthält z.B. ein Gift, das selbst größere Tiere erblinden
oder an Krebs erkranken läßt. Etwas friedfertiger, wenn auch
nicht weniger einzigartig ist der Trick der tropischen Mimose: Wenn
sich eine Heuschrecke auf sie setzt, klappt sie ihre federartigen Blätter
einfach zusammen und entzieht sich so dem Zugriff. In faszinierenden
Makroaufnahmen können Sie den verborgenen Existenzkampf der Pflanze
mit eigenen Augen sehen.
FOLGE 3 : Blühen
Blüten senden mit ihren Farben und Duftstoffen Signale aus, mit
denen sie Vögel und Insekten anlocken. Doch der süße
Nektar ist nicht umsonst... Tausende und aber Tausende winzigkleiner
Pollen warten in den Staubgefäßen darauf, daß sie zur
Narbe einer anderen Blüte gelangen, um diese zu befruchten. Die
Pflanzen suchen sich ihre speziellen "Pollenkuriere", wie
Wind, Insekten, Vögel oder kleine Nagetiere. Und damit ihr "Pollenpaket"
auch ganz sicher an der richtigen Adresse landet, arbeiten manche Pflanzenarten
nur mit einem einzigen Boten zusammen. Einen ganz besonders exklusiven
Botendienst hat sich der südafrikanische Enzian organisiert, dessen
Pollen tief in den hohlen Staubgefäßen eingelagert sind.
Nähert sich ein Käfer der Blüte, bleiben die Pollen unzugänglich
und er muß unverrichteter Dinge abziehen. Fliegt jedoch eine Biene
heran, verlangsamt sie ihren Flügelschlag auf eine bestimmte Frequenz.
Die Staubgefäße fangen an zu vibrieren - und die Pollen lösen
sich von selbst. Nicht entlohnt werden dagegen die Kuriere einer europäischen
Orchideenart. Mit ihrem blauen Fleck, ihrem pelzigen Saum und ihrem
Duft kopiert sie eine bestimmte weibliche Wespe. Das Ergebnis ist schier
unwiderstehlich: Aufgeregt nähern sich die Männchen der Blüte
und müssen eine herbe Enttäuschung erleben - doch dann haben
sie schon Hörner auf, aus Pollen...
FOLGE 4: Der soziale Kampf
Scheinbar leben die verschiedensten Pflanzen einträchtig zusammen,
doch die Harmonie trügt: unter ihnen herrscht ein steter Kampf
um Licht und Boden. Erst wenn ein Baum fällt und eine Lichtung
entsteht, bekommen viele der kleineren Pflanzen eine Chance. Aber auch
die Bäume sind nicht vom sozialen Kampf verschont: ihre Samen erhalten
im Unterholz oft zuwenig Licht. So grotesk das klingen mag, in Australien
und Afrika sind einige Bäume darauf angewiesen, daß alle
paar Jahre ein großes Feuer ausbricht, das die Bäume relativ
unbeschadet überstehen, das aber das Unterholz und die in der Erde
lagernden Samen anderer Pflanzen vernichtet. Erst dann werfen die Bäume
ihre Samen ab, die jetzt nahezu konkurrenzlos keimen können. Andere
Pflanzen warten nicht so geduldig auf eine günstige Angelegenheit.
Sie entwickeln mehr Eigeninitiative, wie die Kletterpflanzen, die sich
zumeist vom Boden aus an den Bäumen hochranken, bis sie zur Krone
gelangen und damit ans ersehnte Licht. Die meisten von ihnen schaden
ihrem Wirt nicht, doch es gibt auch welche, die ihn zerstören.
Ein Feigenbaum in Australien überzieht seinen Wirt mit einem dichten
Gitterwerk, bis dieser in der tödlichen Umarmung verendet... Der
soziale Kampf hat aber auch eine gute Seite: Ähnlich wie die Tierwelt
reguliert sich die Pflanzenwelt dadurch selbst und findet zu einem natürlichen
Gleichgewicht.
FOLGE 5: Zusammenleben
Nicht nur in der Tierwelt bestehen Zweckgemeinschaften ungleicher Arten.
Auch Pflanzen gehen "Partnerschaften" ein - mit Tieren, Pilzen
oder anderen Pflanzen. Die meisten dieser Partnerschaften bestehen zu
gegenseitigen Nutzen. Häufig handelt es sich dabei um eine Art
von Untermiete. Ein in Afrika und Amerika vorkommender Akazienbaum beherbergt
z.B. Ameisen im Hohlraum zwischen seinen paarweise zusammengewachsenen
Dornen. Die Miete entrichten die Ameisen, indem sie jeden Tag Jagd auf
Schädlinge machen, keimende Sämlinge am Boden des Baums vernichten,
und - sollte sich ein Zweig eines Nachbarbaumes zu nah auf die Akazie
herabsenken - diesen derart verstümmeln, daß er eingeht.
Dafür erhalten sie nicht nur Logis, sondern auch freie Kost: Die
Akazie produziert ganzjährig einen Nektar, der sich hervorragend
als Ameisennahrung und sogar als Futter für ihre Larven eignet.
Die wohl intimste Partnerschaft führen Flechten: Hier haben sich
Pilz und Alge zu einer Art "Dauerehe" zusammengetan. Meist
vermehren sie sich sogar gemeinsam, um sicherzugehen, daß ihr
äußerst erfolgreiches Bündnis fortbesteht. Denn zusammen
können sie selbst unter Extrembedingungen existieren. Modernste
Aufnahmetechnik, brillante Bilder und fachkundige Erläuterungen
zeigen Ihnen wieder, wie genial die Natur sich einzurichten versteht...
FOLGE 6: Überleben
... Folgeninformationen folgen ...
Produktion
Producers Keith Scholey, Neil Nightingale
Series Producer Mike Salisbury
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