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Das Rätsel der Glattwale  [OT: Riddle of the Right Whale]

 
Aus der Reihe Wunderbare Welt präsentiert die BBC ein lückenloses Porträt der Meeresriesen.

Regungslos ragt die gigantische Schwanzflosse eines Glattwales aus dem petrolblauen Meer. Das Schauspiel dauert mehrere Minuten. Dann taucht der Titan wieder ab und zieht gemächlich seine Bahnen. Warum die Glattwale den bizarren Kopfstand vollführen, ist ein Rätsel. Und vielleicht wird es immer ungelöst bleiben. Denn die Glattwale, genauer gesagt Nord- und Südkaper, sind vom Aussterben bedroht.

Eine Länge von bis zu 18 Metern, ein Gewicht von etwa 60 Tonnen, bizarre, an Muschelbänke erinnernde Hautwucherungen auf dem Kopf und die größten Genitalien im Tierreich - das sind die bemerkenswertesten Kennzeichen der zwei größten Bewohner der Weltmeere: der Nord - und der Südkaper. Beide Arten gehören zur Gattung der Glattwale. Bei aller Ähnlichkeit leben sie allerdings in unterschiedlichen Regionen: der Nordkaper in den kalten Gewässern des Nordatlantik und Nordpazifik, der Südkaper rund um den Südpol.

Die riesigen Tiere schwimmen sehr langsam, sind dabei jedoch erstaunlich akrobatisch, vollführen Sprünge, rollen sich auf die Seite und peitschen die Wasseroberfläche mit ihren Brustflossen. Außerdem sind die Titanen äußerst neugierig, nähern sich Booten bis auf wenige Meter oder lassen es zu, dass diese ihnen nahe kommen. Kein Wunder, dass die Giganten Jahrhunderte lang begehrte Beute der Walfänger waren. Aus den Zeiten der Waljagd stammt auch ihr englischer Name: "Right Whales" - "Richtige Wale".

Die Walfänger betrachteten Süd- und Nordkaper als hervorragend geeignet - also "richtig" - für die Jagd, weil sie sich nur langsam fortbewegen und ihr Fleisch sehr ölhaltig ist. Heute sind die seltenen Tiere durch internationale Abkommen geschützt. Das ändert jedoch wenig an der akuten Gefährdung der faszinierenden Wasserbewohner. Denn viele Glattwale sterben bei Kollisionen mit Schiffen oder verfangen sich in Fischernetzen und kommen dabei ums Leben. Außerdem sind Nord- und Südkaper nicht gerade gebärfreudig. Nur im Abstand von etwa drei Jahren bringen die Weibchen ein Kalb zur Welt. Und der Bestand von wenigen Tausend Süd- und wenigen Hundert Nordkapern erholt sich nur langsam. Es steht also schlecht um die Glattwale. So könnte es sein, dass ein Rätsel nie gelöst wird: Warum nämlich machen die sanften Riesen so gerne einen Kopfstand, bei dem sie mehrere Minuten ihre Schwanzflosse in die Luft heben?

Der BBC ist ein nahezu lückenloses Porträt der Meeresriesen gelungen. Der Film nimmt die Zuschauer mit auf eine fulminante Über- und Unterwasserreise von Kanada bis nach Argentinien.

Produktion

Producer Rick Rosenthal
Series Editor Neil Nightingale

 

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