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Expedition Erde [OT: Earth - The Power of the Planet] |
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Sie haben als Astronaut eine einzigartige Perspektive auf die
Erde genießen können. Nun haben Sie während der Dreharbeiten
einige der Landschaften, die Sie aus dem All kennen, noch einmal
hautnah erleben dürfen. War das denn überhaupt noch etwas
Besonderes?
Es war eine fantastische Erfahrung und gleichzeitig eine tolle Gelegenheit,
solche Orte auf der Erde zunächst einmal aus dem Erdorbit
zu betrachten und dann tatsächlich mal aus der Nähe zu sehen. Ich
hätte mir nie gedacht, dass ich diese Gelegenheit einmal haben würde
– und jetzt hat es geklappt.
Im Rahmen des Astronautentrainings haben Sie das Tauchen
gelernt, aber nie im Freiwasser. War das Tauchen für die Sendung
eine besondere Herausforderung?
Ja, für die Vorbereitung von Außenbord-Einsätzen ist es in der Tat
erforderlich, sich in großen Tauchbecken auf diese Außenbord-Einsätze
vorzubereiten. Dass ich die Möglichkeit hatte, jetzt beispielsweise
in dieser Kontinentalspalte bei Thingvellir auf Island zu tauchen,
war absolut fantastisch. Das Wasser ist total klar, man kann über 100
Meter weit schauen – und das hat mich wirklich begeistert. Auch das
Tauchen in Mexiko, in den Cenoten, war überwältigend.
Sie hingen in einer Eiswand, standen am Rand eines Vulkans
oder auf der Spitze einer Pyramide. Welches der Erlebnisse während
der Drehzeit hat Sie denn am meisten beeindruckt und warum?
Es ist wirklich schwer, hier eine Wertung vorzunehmen. Eigentlich haben
mich all diese Ereignisse begeistert und ich möchte da wirklich
keines besonders hervorheben. Jedes war für sich etwas ganz Besonderes
und ich hätte mir früher nie vorstellen können, dass ich tatsächlich
einmal die Gelegenheit haben werde, an all diesen herausragenden,
interessanten und beeindruckenden Orten direkt zu sein, um das
mit eigenen Augen aus der Nähe sehen zu können.
Was lernt man im Weltall über die Erde?
Da gibt es sehr, sehr viel zu lernen. Zunächst einmal kann man aus
dem Weltraum vieles über unsere Atmosphäre und über die Erdober16
fläche lernen. Gerade vor dem Hintergrund der Klimaproblematik,
muss man sagen, dass eigentlich viele unserer Erkenntnisse aus dem
Weltraum stammen.
Sie haben als erster Deutscher drei Außeneinsätze an der
Raumfahrtstation gemacht. Was ist das Besondere am Außeneinsatz
im All?
In den Weltraum zu fliegen, ist an sich schon eine ganz fantastische
Sache. Der Blick auf die Erde, das Gefühl der Schwerelosigkeit ist etwas
Überwältigendes. Wenn man dann allerdings die Möglichkeit hat,
auch noch mal nach draußen zu gehen, ist das in der Tat noch mal
eine Steigerung, denn näher kann man dem Weltraum nicht sein. Dazu
kommt, dass man von dort draußen einen viel, viel besseren Blick hat,
als vom Inneren der Station, wo man ja nur durch relativ kleine Fenster,
die einen Durchmesser von 28 Zentimeter haben, auf die Erde
schaut. Dort draußen bewegt man sich mit 28.000 Stundenkilometer
um die Erde und hat einen wahnsinnig tollen Ausblick.
Was sind denn die wichtigsten Forschungsprojekte, die auf der
ISS durchgeführt werden?
An Bord der Internationalen Raumstation führen wir eine Vielzahl von
Forschungsaufgaben durch, die eigentlich das ganze Spektrum der
verschiedenen Naturwissenschaften abdecken: Medizin, Biologie,
Physik, Astrophysik, Chemie und Materialwissenschaften. Ich könnte
hier jetzt Beispiele aus allen Bereichen nennen, möchte mich aber
vielleicht auf zwei kleine Beispiele beschränken – einmal aus dem Bereich
der Medizin und einmal aus dem Bereich der Materialwissenschaften.
In der Medizin gilt beispielsweise Osteoporose als eine weitverbreitete
Erkrankung. Mit Hilfe der Forschung, die man an Bord der
ISS macht, möchte man diese Krankheit besser in den Griff bekommen
und an die Wurzel des Problems vorstoßen. Im Bereich der Materialwissenschaften
möchten wir Erkenntnisse sammeln, um beispielsweise
Herstellungsprozesse hier auf der Erde zu verbessern, etwa
hinsichtlich spezieller Gießverfahren, um Motorblöcke herzustellen.
Sie sind seit dem 1. Oktober 2007 im Vorstand des DLR. Was
möchten Sie in dieser Position für die europäische Raumfahrt erreichen?
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt ist in eigentlich allen
Bereichen der Raumfahrtforschung und -technologie führend in Europa
oder sogar weltweit. So haben wir im vergangenen Jahr einen Radar17
satelliten, TerraSar-X, gestartet, der seither hervorragende Daten liefert.
Auch in anderen Bereichen, wie zum Beispiel der Robotik, oder
bei der Entwicklung neuer Materialien oder der Entwicklung neuer Raketenantriebe,
leisten wir hervorragende Arbeit. Europa kann natürlich
nur so gut sein, wie es die Wissenschaftler in all diesen Bereichen
erlauben. Deshalb denke ich, kann das DLR hier in der Zukunft ganz
wesentliche Beiträge leisten.
Fotos von Thomas Reiter: ZDF/ Kerstin Luxenhofer
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