Die große Eisschmelze
Wenn nach der langen arktischen Nacht die Sonne wieder aufgeht, verändert sie das ganze Leben rund um den Nordpol: Rund 6,5 Millionen Quadratkilometer Schnee und Eis beginnen zu schmelzen und geben den Blick frei auf eine bezaubernde Landschaft aus Inseln, Kanälen und Seen.
Der kurze Sommer verwandelt die Arktis in ein Naturparadies. Doch wenn die Sonne nicht nur Licht, sondern auch Wärme bringt, beginnen für Eisbären die Probleme. Die Robbenjäger brauchen das Meereis, um besser Beute zu machen. Dagegen kommen während der Tauperiode zu Millionen die Vögel zum Brüten zurück. Ebenso tauchen Grönlandwale, weiße Wale und Narwale zum Paaren und Fressen in den arktischen Gebieten auf.
Für sie alle herrschen bei schmelzendem Eis ideale Bedingungen. Auch Robben, Füchsen und anderen Säugetieren geht es jetzt gut, während sie in den Kältemonaten auf Sparflamme leben. Doch genau umgekehrt, nämlich dann, wenn das große Tauen einsetzt, beginnt für die weißen Bären die Hungerzeit. Richtig problematisch wird es für sie, weil die große Schmelze immer weitere Gebiete erreicht und immer mehr Eis zum Tauen bringt. Damit aber sinkt für Eisbären das Beuteglück auf Robbenfleisch drastisch.
Die Spezialkameras von BBC folgen über und unter Wasser einer Eisbärenmutter mit ihrem Kleinen und zeigen, wie sie mit knapper Not den eisfreien Sommer überstehen. Sie dokumentieren, wie eine Fuchsmutter Nahrung für ihren Nachwuchs beschafft, wie Belugas ihren Weg durch die offenen Kanäle im Eis finden und die Basstölpelküken den tollkühnen Sprung ins Leere wagen.