Modernste Computergrafik lässt uns in die Welt der Dinosaurier eintauchen. Die britische Grafikfirma Moving Picture Company wurde bekannt durch die Animationen der "Harry-Potter"-Filme und lieferte die lebensechten Urzeitriesen dieser BBC/ZDF Koproduktion. Lernen Sie ein Mitglied des Teams kennen, das die 3D-Dinosaurieranimationen designed hat und erfahren Sie, was für ein schmutziger Job dies manchmal sein kann.
Wir sprachen mit John Leonti von der The Moving Picture Company über die computergenerierte 3D-Animationen in The Truth About Killer Dinosaurs.
Was war Ihre Rolle bei dem Projekt?
Ich war der Visual Effects Supervisor, und leitete ein Team von 10 bis 15 Leuten über den Zeitraum von 6 Monaten, der es dauerte, die computergenerierte Animationen für das Projekt zu erstellen. Wir sind nicht mit 15 Leuten angefangen, im Laufe der Zeit kamen jedoch einige hinzu. Dies war ein großes Projekt und wir führten es wie ein Filmprojekt aus. Ich hatte Spezialisten, die sich nur mit einer Sache beschäftigten. Es gab beispielsweise Modellbauer, die nur Modelle kreiert haben, Trickfilmer, die nur Animationen erstellt haben, usw. Bei kleineren Aufgaben gab es einige Leute, die mehr als eine Sache erledigt haben. Bei The Truth About Killer Dinosaurs hatten wir eine Arbeitskette. Eine Person erschuf z.B. die Haut, und gab diese weiter. Ein anderer Mitarbeiter weiter unterhalb der Kette strukturierte dann die Kreatur.
Welches sind die Schritte, um Dinosaurier zu animieren?
Wir haben zuerst Maquettes (Modelle) gebaut und haben uns mit Wissenschaftlern darüber unterhalten, wie die Körper der Dinosaurier ausgesehen haben könnten. Sie halfen uns herauszufinden, wie viele Muskeln sie hatten und wie sie sich bewegt haben. Wir tauschten eine riesige Menge an Informationen aus, um dies herauszufinden. Dann scannten wir die Maquettes und übertrugen sie in einen Computer. Somit hatten wir ein Computer-Modell, das eigentlich nur aus einer Reihe von Polygonen besteht. Anschließend bereinigten wir den Scan, um das Animieren zu vereinfachen. Danach fügten wir Schichten (Layers) und Texturen wie z.B. Haut und Federn hinzu. Wir verwendeten eine Software namens “Skin Relaxer”, welche die Haut realistischer aussehen lässt. Außerdem verwendeten wir einen Muskelsimulator, der die Muskeln unter der Haut modelliert und die Muskeln so bewegte, wir es erwarteten. Wir brauchten vier Monate um eine Software zu schreiben, welche die Federn auf dem Velociraptor richtig bewegt. Wir mussten eine neue Software entwickeln, da der Velociraptor in sehr vielen Aufnahmen vorkam und es wirklich gut aussehen musste. Wir konnten nur über das Einzelbildverfahren die Federn korrekt bewegen.
Wir haben über eine eklige Geschichte über die Szene gehört, in der der Velociraptor seine Beute frisst. Das war ekelhaft! Der Co-Produzent besorgte Innereien aus einer Fleischerei. Diese waren eingewickelt in schwarzen Müllbeuteln verpackt. Wir zogen Handschuhe an und legten sie in den Sand, um die Überreste eines Tiers darzustellen. Wir mussten das Zeug auch noch umherwerfen, um den Effekt zu erzielen, als würde der Velociraptor sein Opfer zerreißen. Die Eingeweide lagen einige Stunden lang in der Wüstensonne und rochen wirklich nicht so gut. Wir haben Innereien verwendet, da es viel schwieriger wäre, diese im Computer in 3D zu generieren. Im Allgemeinen filmt man so viel wie möglich und animiert nur die wirklich notwendigen Sequenzen.In der Szene, wo der T-Rex den Triceratops frisst, waren die Eingeweide computeranimiert. Das war notwendig, da wir größere Eingeweide für die Dinosaurier benötigten.
Wie fanden Sie die Farbe der Dinosaurierhaut heraus?
Viel davon beruht auf fundierten Vermutungen in Abstimmung mit den Wissenschaftlern. Der T-Rex lebte zum Beispiel im Wald, was vermuten lässt, dass er eine tarnfarbene Haut hatte, um sich der Umgebung anzupassen. Eine der vielen von uns verwendeten Referenzen war die Haut des Gila Monsters. Wir haben außerdem mit Texturen aus fossilen Dinosaurierhäuten gearbeitet, die gefunden worden sind. Der T-Rex hat außerdem eigentlich keine Zunge. Er hat zwar eine, allerdings ähnlich einer Krokodilzunge, die sich nicht aus dem unteren Teil des Mauls herausbewegt.
Waren die Landschaften ebenfalls computeranimiert?
Nein, wir haben an echten Locations gedreht. Die eine war in Colorado und die andere in Oregon. Sämtliche Interaktionen der Dinosaurier mit der Landschaft, einschließlich der Staubwolken, die entstanden, wenn sie durch den Sand liefen, waren animiert. Am Set hatten wir hölzerne Köpfe, um die Positionen zu kennzeichnen, wo die Dinosaurier sein sollten. In der Szene, in der Bill Oddie einen Zahn aus dem Maul eines T-Rex zieht, zieht er einen echten fossilen T-Rex-Zahn aus einer Zwinge eines Holzschädels. Das haben wir dann über-animiert. Der Zahn ist bis zu dem Punkt animiert, als Bill ihn herauszieht.
Wussten Sie viel über Dinosaurier, bevor das Projekt begann?
Nur das, was man in der Schule lernt. Es ist allerdings wirklich faszinierend! Eine der Dinge, die mich sehr erstaunt haben, war die immense Größe der Dinosaurier. Ich weiß, man hört es immer wieder, aber sie wahren wirklich wahnsinnig groß. Die Szenen, in denen Bill mit den Dinosauriern im Studio ist, verdeutlicht es sehr gut, wie gwaltig sie waren. Wir haben während dieses Projekts eine Menge über Dinosaurier gelernt. Als Trickfilmer muss man so viel wie möglich über das lernen, was man animiert. Man tut was man kann, um Dinge so realistisch wie möglich auf dem Bildschirm erscheinen zu lassen. Eines was wir gelernt haben, war, wie sich der Schwanz eines Velociraptors bewegte. In anderen Filmen bewegt er sich wie eine Peitsche. Wissenschaftler studierten fossile Schwänze und meinten, er wäre wesentlich angespannter gewesen. Es war eine Herausforderung, dies richtig zu animieren.
Welche Möglichkeiten haben Leute, in Ihrer Branche einzusteigen?
Ich habe als Laufbursche angefangen und lernte während ich lief. Das ist der Hauptgrund, warum Leute als Laufbursche arbeiten wollen. Sie interessieren sich für das Geschäft und wollen lernen. Dann bleibt man einfach dabei. Viele Leute nehmen den Weg über die Universität. Dort werden eine Reihe von 3D-Animationskursen angeboten. Jedes Jahr schauen wir uns an, was die Studenten gebaut haben und wer zu den besten gehört. Es interessieren sich eine Vielzahl von Menschen für diese Arbeit und daher gibt es viel Konkurrenz.