FOLGE 1 : Leben im Meer
Welche Kräfte bestimmen das Leben in den Weltmeeren?
Weshalb konzentrieren sich an manchen Orten besonders viele Arten? Im Mittelpunkt der Auftaktsendung steht die Erkenntnis, dass alles Leben in den Ozeanen abhängig ist von einer ständigen Versorgung mit Nährstoffen. Deren Verteilung übernehmen die Meeresströmungen, indem sie nährstoffreiches Wasser an die Oberfläche treiben.
Nährstoffe allein reichen jedoch nicht aus, um Leben gedeihen zu lassen. Auch die Sonne ist lebenswichtig. Die Rückkehr der Sonne im Frühjahr der nördlichen Hemisphäre lässt Millionen Heringe zum Laichen nach Alaska ziehen. Die Fische und ihr Laich stehen am Beginn einer langen Nahrungskette, die von Krabben über Vögel bis zu Eisbären reicht. Der Frühling in Alaska lässt auch die Grauwale aus ihren Fortpflanzungsgebieten in der Sea of Cortez ins Beringmeer zurückkehren. Die Weibchen mit Kälbern ziehen langsamer und sind verwundbarer als ihre Artgenossen. Sie werden oft von Gruppen von Orcas verfolgt, an deren Verhalten hier erkennbar wird, weshalb sie auch Killerwale genannt werden. Sie haben es auf die Grauwalkälber abgesehen.
Eine Sequenz des Filmes zeigt, wie eine Schar dieser Orcas in einer gemeinsamen Anstrengung viele Stunden lang versucht, ein Kalb zu töten. Nachdem sie es zur Strecke gebracht hatten, fraßen sie jedoch nur einen Teil ihres Opfers. Selbst die Wissenschaftler, die die Dreharbeiten begleiteten, waren verblüfft. Im Ostpazifik, wo Cocos und die Galapagosinseln wie isolierte Berggipfel aus dem Meer ragen, treffen die Meeresströmungen auf ein Unterwassergebirge, das sie die Hänge aufwärts zwingt. Diese planktonreichen Gewässer locken riesige Schwärme von Fischen an, diese wiederum Haie und andere Raubfische. Auch vor der Küste Südafrikas ziehen Millionen Sardinen mit den küstennahen Strömungen vom Kap nordwärts, dicht gefolgt von Kaptölpeln, Haien und Delfinen.