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WIE DER MENSCH DIE WELT EROBERTE

Aus dem Highlight Spezial "Abenteuer Mensch"

Diese Dokumentation liefert nicht nur beeindruckende Bilder aus allen fünf Kontinenten, sondern auch einen umfassenden Überblick über die Entwicklung unserer frühen Vorfahren und die gigantischen Herausforderungen, mit denen sie in ihrer Zeit konfrontiert waren. Und sie zeigt, welch ungeheure Details man mit neuen wissenschaftlichen Methoden mittlerweile entdecken kann – von der Berechnung von Klimamodellen um die Umweltbedingungen jener Tage zu simulieren, bis zu unumstößlichen Beweisen was die Abstammung und die Route betrifft. Und diese trägt jeder Mensch in sich selbst: in seinen Genen.


Rund sieben Milliarden Menschen leben aktuell auf der Erde. Unsere Spezies hat selbst die entlegenen Gebiete der Erde bevölkert. Aber einer Theorie nach begann die Erfolgsgeschichte des Menschen mit einer kleinen Gruppe unserer Vorfahren, die einst Afrika verließen. Dieses BBC Exklusiv-Spezial verfolgt die Spuren dieser Pioniere auf ihrer Reise ins Ungewisse quer durch alle fünf Kontinente. Mit Hilfe modernster wissenschaftlicher Methoden wird rekonstruiert, wie die frühen Menschen Herausforderungen wie endlose Wüsten und Ozeane, gefährliche Raubtiere und eine Supervulkan-Explosion überstanden, um die Urahnen der gesamten Menschheit zu werden ...

Die Wiege der Menschheit stand aller Wahrscheinlichkeit nach in Afrika. Knochenfunde von Richard Leakey aus den späten 1960er Jahren belegen, dass der Homo sapiens bereits vor rund 200.000 Jahren in Ostafrika lebte. Aber wie haben unsere frühen Vorfahren damals gelebt? Mit Hilfe von Funden aus ganz Afrika und einem Vergleich zwischen dem Herto- und dem Kabwe-Schädel wird verdeutlicht, wie hoch der Mensch damals bereits entwickelt war. Offenbar fertigte er vielfältige Werkzeuge und benutzte bereits eine eigene Sprache. Sogar frühe Hinweise auf Kunstwerke und Bestattungsrituale existieren aus jener Zeit. Mithilfe neuer Wissenschaftsdisziplinen wie der Klimaforschung und der Gentechnik kann man jetzt auch die Route rekonstruieren, welche die ersten Menschen vor rund 70.000 Jahren einschlugen. Demnach konnten sie offenbar sowohl die Sahara als auch das Rote Meer überwinden, um den afrikanischen Kontinent zu verlassen. Und laut dem Archäologen Dr. Jeff Rose gibt es sogar einen Hinweis, dass unsere frühen Vorfahren einen Garten Eden entdeckt haben.

Sie erreichten bei ihrer Odyssee auch Europa – zu jener Zeit alles andere als ein angenehmer Platz zum Leben. Und trotz unwirtlicher Bedingungen und eisiger Temperaturen waren sie nicht die ersten Hominiden auf unserem Kontinent. Denn hier lebten bereits die Neandertaler, die besser an das Klima der Eiszeit angepasst waren. Wie konnten die Einwanderer aus Afrika also überleben, während der robuste Neandertaler ausstarb? Anhand von Artefakten aus rumänischen Höhlen, Werkzeugen und frühen Musikinstrumenten wie Knochenflöten wird hier rekonstruiert, welche menschlichen Eigenschaften schließlich den entscheidenden Vorteil für den Homo sapiens brachten. Die Paläoanthropologin Katerina Harvati vom Max-Planck-Institut in Leipzig präsentiert die neuesten Erkenntnisse über das Schicksal des Neandertalers. Und Prof. Wulf Hein zeigt außerdem, dass Archäologen auch praktisch veranlagt sein können, indem er die Steinwerkzeuge unserer Vorfahren selbst anfertigt.

Unsere frühen Vorfahren drangen aber auch auf die größte Landmasse vor: den asiatischen Kontinent. Aber wie konnten die afrikanischen Jäger und Sammler Wüsten überwinden und in den eisigen Regionen Sibiriens im wahrsten Sinne des Wortes überwintern? Einen Hinweis darauf liefern auch heute noch alte Völker wie die Ewenki im Norden Sibiriens. Ihr Lebensstil ist nomadisch und in enger Symbiose mit ihrem wichtigsten Nutztier verbunden: dem Rentier. Ihre Jagdtechniken und Produktionsmethoden von Kleidern und Werkzeug wurden seit Generationen weitergegeben – und liefern vielleicht einen Hinweis darauf, wie unsere frühen Vorfahren hier zurecht kamen. Und wahrscheinlich ist die Kälte auch die Erklärung dafür, warum Asiaten dickere Haut haben und charakteristische Merkmale wie fehlende Lidfalten und einen flachen Nasenrücken ...

Amerika war nach neuesten Erkenntnissen der Kontinent, der vom modernen Menschen als letztes besiedelt wurde. Die meisten Theorien gehen davon aus, dass die ersten Jäger und Sammler aus Asien über die Beringstraße eingewandert sind. Aber wie konnten sie die Eisschilde und Gletscher im Norden überwinden? Deshalb verfolgt man archäologisch mittlerweile auch andere Routen, beispielsweise an der Pazifikküste entlang. Dafür müssen die Wissenschaftler an Orten suchen, die eher ungewöhnlich sind: nämlich unter dem Meeresspiegel. Aber es gibt auch einige genetische Indizien, die für diese Route der ersten Menschen bis an die Spitze Feuerlands sprechen.

Wussten Sie, dass ...

... rein genetisch betrachtet, die gesamte Menschheit auf eine Frau aus Afrika zurückgeführt werden kann, die afrikanische Eva?

... dass Hautfarbe und fehlende Lidfalte bei Asiaten offenbar eine Anpassung an klimatische Verhältnisse waren

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