Die BBC-Exkluviv Dokumentation "Zeitbombe Klima – Wie retten wir die Erde?" gibt einen Überblick über die schwerwiegenden Folgen der Erderwärmung sowie weitere Auswirkungen, mit denen wir in Zukunft zu rechnen haben. Aber sie stellt auch Projekte vor, die sich mit einer Reduktion des Treibhauseffekts beschäftigen und nach Lösungsmöglichkeiten suchen.
Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgen-Forschung nennt die meisten Ideen zwar „exotisch“. „Doch wir befinden uns in einer verzweifelten Situation, deshalb sollten wir auch unkonventionelle Gedanken verfolgen.“
Die Meldungen sind alarmierend: Der weltweite Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid ist auch im Jahr 2008 weiter angestiegen. Damit hat sich der CO2-Ausstoß seit dem Jahr 2000 bereits viermal schneller erhöht als im vorausgegangenen Jahrzehnt. Mittelmeerfische wandern gen Nordsee, und Nordseefische suchen neue Lebensräume in kälteren Gewässern. In der kanadischen Provinz British Columbia hat der Befall durch Borkenkäfer eine Fläche so groß wie Griechenland vernichtet.
An der Küste gelegene Städte wie Rostock, Hamburg und Kiel werden nach Ansicht von Klimaexperten auf lange Sicht unbewohnbar. Grund: Das Abschmelzen der Polkappen. Die Folgen der Erderwärmung verändern unseren Planeten für immer. Aber gibt es auch Wege, die Auswirkungen zu stoppen? Können Erneuerbare Energien oder Geo-Engineering uns dabei helfen?
Die Erwärmung der Erde hat zwei gegensätzliche klimatische Veränderungen zur Folge. Auf der Nordhalbkugel war das Jahr 2007 das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1850. Die weltweite Erwärmung zeigt Folgen: Im Sommer schmolz die Eisfläche rund um den Nordpol auf rund 4,83 Millionen Quadratkilometer. Das ist weniger als die Hälfte der noch vor zehn Jahren erreichten Sommerwerte. Erstmals in der Geschichte war die legendäre Nordwestpassage vor der Küste Kanadas eisfrei.
Doch der daraus resultierende Anstieg der Meeresspiegel betrifft die Ozeane nicht weltweit gleichermaßen. Im Nordosten der USA wird ein größerer und schnellerer Anstieg prognostiziert. Boston gilt dabei als besonders betroffene Stadt. Einige Inselgruppen müssen sogar um ihre Existenz fürchten. Wie etwa das zwischen Australien und Haiwaii gelegene Tuvalu. Die Inselgruppe im Pazifischen Ozean droht innerhalb eines Zeitraums von 25 Jahren gänzlich im Meer zu versinken.
Afrika hingegen wird von einer verheerenden Wasserknappheit bedroht. Dort werden bis zum Jahr 2020 voraussichtliche 75 bis 250 Millionen Menschen unter mangelnder Wasserversorgung leiden. In einigen Ländern Afrikas erwartet man eine Beeinträchtigung der landwirtschaftlichen Produktion, bei der die Erträge bis zum Jahr 2020 um bis zu 50 Prozent zurückgehen. Gebiete wie Australien, Kalifornien oder Teile Südeuropas sehen sich mit einer zunehmenden Anzahl von Waldbränden oder Buschfeuern konfrontiert.
Doch es gibt auch eine Gegenbewegung in Form diverser Projekte, deren Ziel es ist, Rohstoffe nicht mehr auszubeuten bzw. sparsamer mit ihnen umzugehen. Island etwa gewinnt bereits 99 Prozent seiner Energie aus regenerativen Quellen. Wasserkraft und Erdwärme versorgen schon jetzt alle isländischen Haushalte. Und Wasserstoff soll im Land mit einer der höchsten Autodichten weltweit auch Benzin als Treibstoff schrittweise ersetzen. Im Jahr 2050 will die Insel im Nordatlantik jedenfalls ohne fossile Brennstoffe auskommen.
In der spanischen Provinz Granada arbeitet man mit Sonnenenergie. Dort entsteht ein Komplex aus drei solarthermischen Kraftwerken – Andasol 1-3, deren Höchstleistung zusammen etwa 150 Megawatt betragen wird. Allein das erste der Kraftwerke, Andasol 1, versorgt 200.000 Menschen mit umweltfreundlichem Strom.
Im Rahmen des Geo-Engineering denkt etwa John Holdren, wissenschaftlicher Berater von Barack Obama, bereits darüber nach, Sonnenlicht zurück in den Weltraum zu reflektieren, bevor es absorbiert werden kann. Hierzu gibt es die Idee, reflektierende Objekte im Weltraum zu platzieren oder große Teile der Erdoberfläche heller zu machen. Was dunkel ist (z.B.: Bäume) würde durch helle Bepflanzung (Gräser) ersetzt und damit die Reflektion des Sonnenlichts erhöht. Auch die Idee künstlicher Bäume, die Kohlendioxid binden, wird im Rahmen des Geo-Engineering erforscht.
Wussten Sie, dass ...
....in Japan bis zum Jahr 2020 fünf Millionen Wasserstoff-Autos über die Straßen rollen sollen?
...China den USA mittlerweile den Rang als größter Umweltverschmutzer abgelaufen hat?
...die Geburtsraten von Delfinen, Walen und Zugvögel durch die Erwärmung der Meeresoberfläche sinken.