SUPER DOCTORS – MEDIZIN AM LIMIT zeigt Menschen, die den Mut besitzen, die bestehenden Grenzen der Medizin zu durchbrechen. Es sind schwierige Entscheidungen, die sie treffen, aber sie helfen, unser heutiges Wissen zu erweitern. Von Operationen im Mutterleib bis zur Stammzellentransplantation versuchen diese Pioniere der Medizin alles, um ihren Patienten zu helfen. Und dabei bereiten sie den Weg für alle, denen der heutige Stand der Medizin nicht helfen kann.
In der modernen Medizin treffen Ärzte jeden Tag Entscheidungen über Leben und Tod. Manche Mediziner gehen dabei ganz bewusst ein Risiko ein, indem sie neue Behandlungsmethoden einsetzen. Sie sind die Pioniere der Medizin, die Experimente wagen, um Therapien für bisher unheilbare Krankheiten zu entwickeln. Durch ihren Mut können in Zukunft vielleicht Tausende Leben gerettet werden. Aber was geht in Patienten vor, deren Leben nur durch eine neue und riskante Behandlungsmethode gerettet werden kann? Diese faszinierende neue BBC-Serie zeigt nicht nur die neuesten Errungenschaften der Medizin sondern auch die menschlichen Schicksale, die sich hinter jedem Fall verbergen ...
Die Fälle in dieser von Prof. Robert Winston präsentierten Serie sind alles andere als gewöhnlich: Egal ob transgene Organtransplantation zwischen Tier und Mensch, Operationen bei tiefer Hypothermie, hierbei wird die Körpertemperatur maschinell auf 15 Grad Celsius abgesenkt, oder Eingriffe im Mutterleib bei ungeborenen Babies – eines haben diese medizinischen Extremfälle alle gemeinsam. Sie verschieben Grenzen und sind trotz der Faszination für das wissenschaftlich Mögliche, Gegenstand ethischer Debatten. Die Ärzte und Wissenschaftler dieser Serie treffen schwierige Entscheidungen. Die Patienten legen ihr Schicksal in die Hände der Mediziner und diese müssen ihr ganzes Vertrauen in ihre Fähigkeiten setzen, um neue Wege der Medizin einschlagen zu können. Aber was bewegt sie zu ihrem Entscheidung und wie gehen Freunde und Familie mit den risikoreichen und gefährlichen Behandlungen um?
Wundermittel Stammzelle?
Die erste Folge befasst sich mit einem neuen „Wundermittel“ der Medizin: den Stammzellen. Diese Körperzellen sind wahre Alleskönner: sie verwandeln sich in nahezu jeden körpereigenen Gewebetyp. Die Wissenschaftler erhoffen sich dadurch die Heilung unzähliger Krankheiten: vom harmlosen Haarausfall bis zur Hirnschädigung. Sogar neue Organe können so gezüchtet werden. Trotzdem ist dieser Bereich der medizinischen Forschung heftig umstritten, denn für viele Menschen wirft vor allem die Gewinnung von embryonalen Stammzellen auch moralische Fragen auf. Gleichzeitig scheint die Stammzellentherapie aber auch die wohl aussichtsreichste neue Behandlungsmethode für eine Vielzahl von Krankheiten.
So auch für den 75-jährigen Alec Adamson, der nach fünf Herzoperationen an das Kardiologie-Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt kommt, um sich einer neuartigen Stammzellentransplantation zu unterziehen. Obwohl es noch keine aussagekräftigen Langzeitstudien zu dieser Behandlungsmethode gibt, versprechen sich Kardiologen wie Prof. Dr. Volker Schächinger eine regenerierende Wirkung der Stammzellen auf den Herzmuskel – so auch bei dem mit etlichen Bypässen gebeutelten Alec. Ob dem Engländer in der deutschen Uni-Klinik geholfen werden kann?
Auch die Familie McGeehan setzte große Hoffnungen in die Stammzellentherapie nachdem ihr achtjähriger Sohn Dominic nach einer Meningitis ins Wachkoma gefallen war. Doch der Versuch der Familie, ihren Sohn wieder ins Leben zurückzuholen, endete in einer Odyssee in Länder und Kliniken, in denen es zwar kaum Beschränkungen beim Umgang mit Stammzellen gab – dafür aber auch dubiose Praktiken und leere Versprechungen.
Roboter im OP
Die zweite Folge von SUPER DOCTORS – Medizin am Limit zeigt die neuesten Errungenschaften in der Roboterchirurgie. Der erste MRT-fähige Roboter wird bei einer riskanten Operation am menschlichen Gehirn eingesetzt. Mitten im Sprachzentrum des Patienten befindet sich ein lebensgefährlicher Gehirntumor. Die Ärzte müssen hier millimetergenau arbeiten, denn ein falscher Handgriff und der Patient kann irreparable Hirnschäden erleiden – zum Beispiel den Verlust der Sprachfähigkeit.
Auch an Kindern und Säuglingen führt die neueste Robotergeneration bereits spektakuläre Schlüsselloch-Operationen durch. Etwa bei dem erst einjährigen Frazer, dem jüngsten Patienten, der jemals von einem sogenannten NeuroArm-Roboter operiert wurde. Nachdem der Säugling keine Nahrung mehr bei sich behalten kann und bereits die Hälfte seines Gewichts verloren hat, ist eine sofortige OP unumgänglich. Doch plötzlich zeigt sich, dass selbst die Miniaturinstrumente des NeuroArm-Roboters für diesen kleinen Patienten zu groß sein könnten ...
Arzt ohne Grenzen
Medizinischer Fortschritt und Pionierleistungen sind oft mit Hightech und großen Kosten verbunden. Aber es geht auch anders: Wir begleiten einen Chirurgen, der eigenwillige Methoden anwendet und dabei in neue Grenzbereiche vorstößt.
Der britische Unfall-Chirurg und Orthopäde Steve Mannion war schon immer ein Grenzgänger. Sein Arbeitsgebiet sind die Krisenregionen dieser Welt: von Afghanistan bis Ruanda. Dieser „Indiana-Jones der Medizin“ arbeitet meist unter Bedingungen, die sich Chirurgen in westlichen Ländern nicht einmal vorstellen wollen. Aber die Not macht zwangsläufig erfinderisch: so muss schon mal eine Mischung aus Vaseline und Zucker großflächige Wunden heilen. Kann auch die moderne Hightech-Medizin einiges von seinen einfachen und effektiven Methoden übernehmen? Jody und Stuart hoffen es zumindest. Das junge Paar erwartet ein Baby, doch die ersten Ultraschalluntersuchungen zeigen eine Missbildung – einen Klumpfuß. Dr. Mannion setzt alles daran den beiden mit seinen ungewöhnlichen Methoden zu helfen.