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MEIN AUSSEHEN MACHT MICH KRANK [OT: Too Ugly for Love]

Diese BBC Exklusiv Dokumentation beschäftigt
sich mit einer bisher weitgehend verkannten seelischen Erkrankung: der Dysmorphophobie.


Ist meine Nase zu groß? Die Brust zu schmal? Die Hüften zu breit? Fragen, die sich vermutlich jeder schon einmal gestellt hat. Doch für Kayla, Jolyan und Ruth ist die obsessive Beschäftigung mit ihrem Äußeren zum Lebensinhalt geworden. Mit Eitelkeit hat dies aber nichts zu tun. Die drei leiden unter Dysmorphophobie, einer verzerrten Körperwahrnehmung. Sie halten sich für furchtbar entstellt und wagen sich kaum noch unter Leute, aus Angst ausgelacht oder verspottet zu werden.

Unter Dysmorphophobie, umgangssprachlich auch Schönheitshypochondrie, leidet vermutlich bis zu ein Prozent der Bevölkerung. Die Dunkelziffer könnte jedoch weit höher liegen, da die Betroffenen sich meist isolieren und nur selten professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Dabei kann die Krankheit sehr ernste Ausmaße annehmen: Etwa ein Viertel der Dysmorphophobiker unternehmen früher oder später einen Selbstmordversuch.

Dem Filmemacher Emeka Onono ist es gelungen, drei dieser extrem scheuen Menschen vor die Kamera zu holen. Er spricht mit ihnen über ihre Selbstwahrnehmung und begleitet sie zu ihren Therapiesitzungen bei den Dysmorphophobie-Spezialisten Robert Willson und David Veale in London. Anhand von Expositionsübungen sollen Ruth, Kayla und Jolyan wieder lernen, ihren Körper und ihre Gesichter so wahrzunehmen wie andere Menschen sie sehen: als normale Menschen und nicht als abscheuliche Monster.

Ruth findet ihr Gesicht zu bleich und verbirgt es unter einer dicken Schicht Make-Up und ihren langen Haaren. Kayla verabscheut ihr vermeintlich maskulines Gesicht – sie steht vor der siebten Nasenoperation und ist fest davon überzeugt, das Krankenhaus diesmal als wirklich schöner Mensch zu verlassen. Jolyan leidet angeblich unter starken Augenringen und verlässt das Haus nur noch mit einer verspiegelten Sonnenbrille. Kayla und Jolyan sind aufgrund ihrer Krankheit nicht in der Lage, Beziehungen zu führen, Freundschaften zu erhalten oder zu arbeiten.

Dysmorphophobie beginnt häufig in der Pubertät, wenn das Äußere für die meisten Jugendlichen immer wichtiger wird. Nicht jeder, der wegen seiner Zahnspange oder seiner Akne gehänselt wird, entwickelt sich zum Phobiker. Die Menschen jedoch, die unter der Schönheitshypochondrie leiden, sind besessen von ihrem Aussehen. Sie verbringen täglich bis zu zehn Stunden vor dem Spiegel, zupfen an ihrer Haut und versuchen, den besten Winkel und das beste Licht für ihr Auftreten zu finden.

Ruth leidet unter einer weniger schweren Dysmorphophobie als Kayla und Jolyan: Sie hat eine Arbeitsstelle und lebt mit ihrem Freund zusammen. Dennoch ist sie sicher, auf der Straße von allen angestarrt zu werden und kann das Haus nicht ohne Make-Up verlassen. Zusammen mit Emeka Onono geht sie einkaufen – ganz ohne Wimperntusche. Allerdings ist sie sicher, dass Onono den Verkäufer dafür bezahlt hat, sich nicht über diesen Makel zu äußern. Jolyan, ein talentierter Komponist, ist davon überzeugt, der hässlichste Mensch der Welt zu sein. Dass er wirklich an Dysmorphophobie leidet, vermag er allerdings nicht immer sicher einzuschätzen. Seine Aufgabe: ein Bandauftritt ohne verspiegelte Sonnenbrille. Kayla kann der siebten Schönheits-OP nicht widerstehen. Wie erwartet, ist sie vom Ergebnis enttäuscht. Um seine 24-jährige Tochter glücklich zu machen, hat sich Kaylas Vater schwer verschuldet – Kosten, die in einer Therapie besser angelegt gewesen wären. Kayla glaubt jedoch nicht an eine seelische Erkrankung, sondern versucht verbissen, ihren Körper zu perfektionieren.

Das Problem der Dysmorphophobiker ist jedoch nicht ihr tatsächliches Äußeres, sondern ihre eigene, verzerrte Wahrnehmung davon. Antidepressiva können die Schübe abmildern und seltener auftreten lassen. Auf Dauer hilft jedoch nur eine Therapie. Die Patienten müssen lernen, ihr Aussehen weniger ernst zu nehmen und einen neuen Lebensmittelpunkt zu finden. Dies gelingt zum Beispiel durch kognitive Verhaltenstherapie oder eine Konfrontationstherapie.

MEIN AUSSEHEN MACHT MICH KRANK beschäftigt sich mit einer bisher weitgehend verkannten seelischen Erkrankung: der Dysmorphophobie. Drei Monate lang begleitet der Filmemacher Emeka Onono drei Betroffene in ihrem Alltag. Einfühlsam und bewegend zeigt die Sendung die täglichen Probleme von Kayla, Jolyan und Ruth – und wie sie sich nach und nach aus ihrer Isolierung lösen.



ZU DEN INTERVIEWS 

Dieses VOD zur Dokumentation finden Sie im BBC Shop.

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