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STRAHLENANGST - Das Tschernobyl-Dilemma

Diese BBC Exklusiv Dokumentation
geht der Frage nach, ob radioaktive Strahlung gefährlich ist oder ganz im Gegenteil.


Am 26. April 1986 versetzte die Katastrophe von Tschernobyl die Welt in Angst und Schrecken. Über die Folgen der radioaktiven Verseuchung für Mensch und Umwelt konnte nur spekuliert werden. In den Medien war von Hunderttausenden Krebstoten und Mutationen in der Tierwelt die Rede. Zwanzig Jahre später zogen Wissenschaftler eine Zwischenbilanz und kamen zu einem überraschenden Ergebnis. Ihre heftig umstrittene These lautet: In geringen Dosierungen ist Radioaktivität gar nicht schädlich, ganz im Gegenteil...

Die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki haben der Welt vor 60 Jahren die schrecklichen Folgen radioaktiver Strahlung auf den menschlichen Körper vor Augen geführt. Die wissenschaftliche Auswertung der in Japan erhobenen Daten führte in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zum so genannten „LNT-Modell“ beim Strahlenschutz: Je höher die Strahlendosis, desto größer die Zahl der Krebserkrankungen. Selbst bei geringen Dosen rechnet man nach diesem Modell mit einem steigenden Krebsrisiko. Nach diesem Modell wurden auch nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl die Folgen errechnet; von Tausenden Toten in der Ukraine oder gar Hunderttausenden zusätzlichen Krebsopfern weltweit war die Rede.

Der Strahlenexperte Mike Repacholi behauptet dagegen, bisher habe es in Tschernobyl und Umgebung lediglich 56 Strahlentote gegeben. Er hat für die Weltgesundheitsorganisation im so genannten „Tschernobyl-Forum“ an einer Aufsehen erregenden Studie mitgearbeitet. Die Ergebnisse stellen das LNT-Modell der Strahlengefahren in einem entscheidenden Punkt in Frage. Repacholi und seine Mitstreiter gehen davon aus, dass Strahlung in niedrigen Dosen keine erkennbaren Schäden bewirkt. Mehr noch: Die Untersuchung von Tieren in der verseuchten Sperrzone von Tschernobyl legt sogar nahe, dass schwachdosierte Strahlung die Selbstheilungskräfte des Körpers stimulieren kann.

Angesichts einer drohenden Klimakatastrophe durch globale Erwärmung geraten die vermeintlich „sauberen“ Kernkraftwerke als Alternative zur Verbrennung fossiler Rohstoffe wieder stärker in die Diskussion. Dieser Film stellt einige Argumente des „Tschernobyl-Forums“ vor. Kritiker werfen Repacholi und seinen Kollegen vor, der Atomlobby zuzuarbeiten und Strahlengefahren bewusst zu verharmlosen – ob zu Recht, wird die weitere Forschung zeigen. Doch eines ist bereits klar: Obwohl wir seit einem halben Jahrhundert mit der kommerziellen Nutzung der Kernenergie leben, wissen wir erstaunlich wenig über die möglichen Folgen für unsere Gesundheit.

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