Diese BBC Exklusiv Dokumentation
ist ein amüsantes Porträt eines Querdenkers und seiner skurrilen
Idee.
Es war eine geniale Idee: 1980 gründete Robert Klark Graham eine
Samenbank für Genies. Die Spender waren allesamt Nobelpreisträger
und Graham wurde zum Pionier der künstlichen Befruchtung. Aber
seine Ideen sind umstritten – damals wie heute. Mit Grahams Tod
1997 schloss die elitäre Samenbank ihre Pforten, doch ihr Erbe
lebt in unzähligen Kindern fort. Dieser Film zeigt erstmals die
Geschichte dieses fruchtbaren Projekts mit einem amüsanten Porträt
seines Begründers.
Der millionenschwere Geschäftsmann und Erfinder bruchsicherer
Brillengläser Robert Graham war getrieben von dem Gedanken, dass
die „intelligenten Menschen“ aussterben, während sich
„die Dummen“ unaufhörlich reproduzieren. Der Untergang
der Menschheit schien ihm unausweichlich. Zusammen mit dem amerikanischen
Eugeniker Hermann J. Muller bereitete er deshalb seit Mitte der sechziger
Jahre die Gründung einer Samenbank vor, deren Spenden von den brillantesten
Köpfen seiner Zeit stammen sollten.
Ab 1980 vermittelte Grahams „Respositorium für Keimwahl“
bei San Diego Samenzellen an verheiratete Paare mit unerfülltem
Kinderwunsch. Der Pionier hatte tatsächlich drei Nobelpreisträger
als Spender gewonnen, unter ihnen den bekannten Physiker William B.
Shockley. Der Erfolg blieb nicht aus. Zwei Jahre später wurden
die ersten Geburten angekündigt. Doron Blake, das zweite mit dem
„Genie-Sperma“ künstlich gezeugte Baby, erlangte als
Aushängeschild des Unternehmens weltweite Berühmtheit.
1997 stirbt Graham im Alter von 90 Jahren während eines Wissenschaftskongresses
in Seattle, auf dem er neue Spender rekrutieren will. Seine Samenbank
schließt zwei Jahre später. Die knapp zwei Jahrzehnte ihres
Bestehens waren geprägt von Rassismusvorwürfen und Hygieneskandalen.
Zugleich setzte sie jedoch Standards, die noch heute gültig sind
– nicht zuletzt die Auswahl des Spermas auf der Grundlage eines
anonymisierten Spenderkatalogs. Und Graham, der selbsternannte Retter
der Menschheit, hinterlässt ein weiteres Erbe: 217 hochintelligente
Kinder sollen durch seine Vermittlung zur Welt gekommen sein.
Diese Dokumentation ist ein amüsantes Porträt eines Querdenkers
und seiner skurrilen Idee. Mit Hilfe von Original-Filmaufnahmen, Zeitzeugen-Interviews
und authentisch inszenierten Spielszenen wird die Geschichte von Robert
Grahams Samenbank der Genies erzählt.