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Mittlerweile ist sie ein Klassiker: die BBC-Exklusiv-Reihe „KINDER
UNSERER ZEIT“ geht ins siebte Jahr. Und auch die 25 Kinder aus
allen sozialen Schichten die seit 2000 gefilmt werden, sind mittlerweile
sieben Jahre alt. Noch immer geht es um dieselbe Frage: Werden wir so
geboren, wie wir sind, oder werden wir dazu gemacht? In diesem Special
geht es um die sich entwickelnde Persönlichkeit der kleinen Protagonisten.
Welche der Kinder haben den Willen zu siegen und wer passt sich lieber
an? Und was sagt das über ihre Persönlichkeit aus? Wege zum
Ich – präsentiert von Professor Robert Winston.
Auch diesmal machen Professor Winston und die Familien anhand zahlreicher
origineller Experimente sichtbar, wie sich Kinder entwickeln. Und die
Ergebnisse sind nicht nur für Eltern erstaunlich. Längst haben
sich die kleinen Protagonisten an die Kameras gewöhnt, und vertreten
sich und den eigenen Standpunkt auch verbal. Interviews und Familienszenen
machen deshalb deutlich, was in Kindern tatsächlich vorgeht, wenn
sie älter werden und sich entwickeln: zu Kindern unserer Zeit.
Die meisten Menschen würden von sich selbst sagen, dass sie Individualisten
sein möchten. Doch weshalb folgen wir dann so bereitwillig all
den anderen? Was sind die Gefahren einer zu großen Angepasstheit?
Und wie lernt ein Mensch, mit Stolz zu seinen Besonderheiten zu stehen?
Am Beispiel einiger der „Kinder unserer Zeit“ zeigt Professor
Robert Winston diesmal, wie schwierig es ist, einen ganz eigenen Weg
zu gehen. Da wären zum Beispiel die eineiigen Zwillinge Ivo und
Alex. Die beiden sind äußerlich eher schwer auseinander zu
halten. In ihrem Verhalten unterscheiden sie sich jedoch deutlich. Alex
ordnet sich in die Gruppe seiner Freunde ein: Er spielt nur echte „Jungsspiele“
und zeigt sich dabei als kleiner Macho. Ivo hingegen spielt mit Jungen
und Mädchen und scheut sich dabei nicht, dem männlichen Rollenstereotyp
auch mal nicht zu entsprechen. Doch wird er auch in Zukunft in der Lage
sein, dem Druck der Gleichaltrigen standzuhalten, und zu dem zu stehen,
was ihm gefällt?
Der kleine Parys aus dem englischen Süden ist mit einer noch extremeren
Situation konfrontiert: Er ist der Sohn der Künstlerin Alison Lapper.
Seine Mutter kam ohne Arme und mit nur sehr kurzen Beinen zur Welt.
Als Kind wurde sie dazu gezwungen, Arm- und Beinprothesen zu tragen,
damit sie wie ein „normaler Mensch“ aussähe. Seit sie
jedoch selbst entscheiden kann, verzichtet sie auf die Prothesen. Sie
hat sich so akzeptiert, wie sie ist – und sie ist damit erfolgreich
geworden. 2005 wurde sogar ein Bildnis der nackten, hochschwangeren
Alison auf dem Londoner Trafalgar Square enthüllt. Doch was ist
mit ihrem Sohn Parys? Steht auch er stolz zu dem, was er ist? Und begreift
er als Sechsjähriger, wie anders seine Mutter und damit seine eigene
Kindheit ist?
Seit er zur Schule geht und sich dort einen Freundeskreis aufgebaut
hat, möchte er nicht mehr auffallen.
Helena Young dagegen zählt zu den wenigen Menschen, die keinerlei
Angst hat, sie selbst zu sein. Dabei war ihr Start ins Leben alles andere
als einfach: Ihre Mutter erwartete Drillinge, die dann jedoch vier Monate
zu früh zur Welt kamen. Helenas zwei Geschwisterchen starben, und
auch Helena war jahrelang so schwach, dass jede Infektion sie in Lebensgefahr
gebracht hätte. An das sorglose Spielen mit anderen Kindern war
da nicht zu denken. Doch wie kommt das fantasievolle Mädchen, das
so viel allein war, nun in der Schule zurecht? Immerhin bringt es durchaus
Vorteile, wenn man in der Lage ist, sich in eine Gruppe einzupassen.
Neben der Gratwanderung zwischen Individualität und Anpassung beschäftigt
sich Professor Robert Winston in diesem Special von „Kinder unserer
Zeit“ auch mit einem zweiten Thema: Dem Willen zu siegen.
Die Briten haben ein Sprichwort: „Zeigt mir ein Kind unter sieben,
und ich zeige euch, wie es als Erwachsener wird“. Doch wie viel
Wahres ist an dieser Redensart? Schmälert ein schwieriger Start
ins Leben die späteren Aussichten auf Erfolg, oder können
innerer Antrieb und Entschlossenheit das Manko ausgleichen?
Anhand von fünf der „Kinder unserer Zeit“ geht Professor
Robert Winston dieser Frage nach – und die Grundvoraussetzungen
der Kleinen könnten kaum unterschiedlicher sein. Da ist zum einen
James Cachia, der mit seiner alleinerziehenden Mutter in einer Gegend
im Südosten von London aufwächst, in der drei Viertel aller
Haushalte von Sozialhilfe leben. Und zum anderen William Roberts, der
kleine Sohn eines angesehenen Tierarztes in Yorkshire, der eine teure
Privatschule besucht und dem alle Möglichkeiten offen zu stehen
scheinen. Carol Cachia, die Mutter von James, lebt selbst seit elf Jahren
von Sozialhilfe. Die Erziehung ihrer Kinder und das Führen eines
Haushalts waren ihr seit der Geburt von James oft zu viel – Faktoren,
die auch auf ihren Sohn sichtbare Auswirkungen haben. Ganz anders sieht
es bei William Roberts aus: Für ihn ist das Leben ein einziges
großes Kräftemessen, und selbst gegen seine älteren
Geschwister geht er dabei nie als Verlierer hervor. William hat einen
schier unstillbaren Drang, Erster zu sein – doch wird ihm das
in der Zukunft helfen? Immerhin stellt einem das Leben immer wieder
Hindernisse in den Weg...
In dem BBC Special „KINDER UNSERER ZEIT“ mit dem Thema „Wege
zum Ich“ geht Professor Winston der Frage nach, ob uns diese Hindernisse
zurückwerfen, oder ob sie uns stärken und dadurch letztlich
weiter bringen.
Auch in dieser Folge der erfolgreichen Reihe zeigt sich, welche Konsequenzen
die Erziehung, aber auch die Veranlagung von Kindern hat, und wie stark
die Persönlichkeit der Kleinen schon in diesem Alter ausgeprägt
ist. Die aussagekräftigen Experimente, aber auch die unterschiedlichen
Familienhintergründe der Kinder machen diesen Film zu einem spannenden,
und emotionalen Porträt einer Generation.
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