Sinnliche Signale
... oder das ”Herausschnüffeln” von Herrn
oder Frau Richtig
Menschliche Pheromone sind ein wichtiges Thema in der Forschung.
Es sind geruchlose Chemikalien, die durch ein Organ in der
Nase wahrgenommen werden. Einige Wissenschaftler glauben,
dass sie der Schlüssel bei der Auswahl des richtigen
Partners sein könnten.
Liebesratten
Pheromone sind bei anderen Säugetieren schon gut erforscht,
besonders bei den Nagetieren. Diese verfügen über
etwas in der Nase, das man 'Vomeronasales Organ' (oder Jacobsen-Organ)
nennt. Sie verwenden es, um Pheromone im Urin anderer Ratten
aufzuspüren und nutzen diesen zusätzlichen Sinn,
um soziale Beziehungen zu verstehen, das Geschlecht anderer
Ratten zu bestimmen und um einen Partner zu finden.
Im Jahre 1985 fanden Forscher an der University of Colorado
den Beweis dafür, dass auch die meisten erwachsenen Menschen
über dieses Organ verfügen. Also können Menschen
auch auf Pheromone reagieren.
Je nach dem Aufbau ihres Immunsystems haben Ratten unterschiedliche
Pheromone in ihrem Urin. Suchen Ratten einen Partner, sind
sie gezwungen Partnern aus dem Wege zu gehen, die über
ein ähnliches Immunsystem wie sie selbst verfügen,
sodass deren Junge eine größere Anzahl von Infektionen
abwehren können. Pheromone finden sich, außer im
Urin, auch im Schweiß.
Liebe ist... ein verschwitztes T-Shirt-Wettbewerb
1995 bat Claus Wedekind von der Universität von Bern
in der Schweiz eine Gruppe von Frauen darum, an einer Reihe
von ungewaschen T-Shirts von verschiedenen Männern zu
riechen. Er entdeckte, das Frauen durchgehend Männer
bevorzugten, deren Immunsystem sich von ihrem eigenen unterscheidet.
Dies ist eine Parallele zu den Nagetieren, die herausfinden,
wie widerstandfähig ihre Partner gegenüber Krankheiten
sind, indem sie deren Pheromone erschnüffeln. Wir sind
also, genau wie die Ratten, den Pheromonen unseres Partners
ausgeliefert.
Väterliche Düfte
Dr. Martha McClintock von der University of Chicago hat in
ihrer eigenen Verschwitzte-T-Shirt-Studie herausgefunden,
das Frauen vorwiegend Männer auswählen, die ähnlich
wie der eigene Vater riechen. Forschern zu folge ist dies
logisch. Ein Mann mit diesen Genen würde ähnlich
genug sein, sodass der Nachwuchs ein bewährtes Immunsystem
bekommt. Andererseits wäre der Mann unterschiedlich genug,
um für eine große Anzahl von Genen für das
Immunsystem zu sorgen. Es scheint ein Streben nach einem Gleichgewicht
zwischen dem rücksichtslosen Herauszüchten und der
gefährlichen Inzucht zu geben.
Wissenschaftlicher Hintergrund
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